Das Ende des Krippenbooms

Die Zürcher Krippenlandschaft ist im Umbruch. Kleine Krippen verschwinden und werden durch grössere Anbieter ersetzt. Zudem entstehen längst nicht mehr so viele neue Krippenplätze, wie in den vergangenen Jahren.

Kinder in einer Kinderkrippe Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Krippenplätze: In Winterthur nimmt die Zahl erstmals ab. Keystone

Elf Kinderkrippen hatten 2005 in Winterthur einen Vertrag mit der Stadt, 2015 waren es bereits 41. Nun scheint dieser Boom erstmals gestoppt. Die Zahl der Kinderkrippen in Winterthur nahm sogar leicht ab, wie die Zeitung «Landbote» schreibt.

Damit unterscheide sich Winterthur von der Stadt Zürich, erklärt Kathrin Kuster vom Stadtzürcher Sozialdepartement. «Wir stellen zwar fest, dass das starke Wachstum der letzten Jahre abflacht», aber unter dem Strich bleibe ein Wachstum an Krippenplätzen.

250 neue Plätze 2015

Die Zahlen der Stadt Zürich zeigen, dass 2015 nur gerade 250 neue Plätze geschaffen wurden, dies bei insgesamt 9000 Krippenplätze. In den Vorjahren waren es jeweils doppelt so viele. Auch Nadine Hoch vom Schweizer Krippenverband glaubt, dass die rückläufige Entwicklung in Winterthur eine Ausnahme bildet. «Punktuell entspricht das Angebot der Nachfrage. Langfristig wird die Nachfrage aber weiterhin wachsen, da die Gesellschaft sich weiter wandelt». Und vor allem in ländlichen Gebieten sei die Nachfrage nach wie vor grösser, als das Angebot.

Kleine werden durch Grosse ersetzt

Noch eine weitere Entwicklung stellt Nadine Hoch fest: «Es findet eine Konzentration auf grössere Anbieter statt», so wie man das vom Lädeli-sterben kenne. Kleine Krippen würden verschwinden. Das habe mit der Entstehungsgeschichte zu tun: «Viele Vereine wurden von Eltern gegründet, die einen Betreuungsbedarf hatten. Wenn diese Pioniervorstände nicht mehr bestehen, wird ein Überleben schwierig», so die Analyse von Nadine Hoch vom Schweizer Krippenverband. Viele Kleine werden dann von grösseren, professionellen Krippen übernommen.