«Das Handwerk fasziniert, nicht Blingbling, Gold und Diamanten»

Goldschmiedin Ramona Matthaei ist ihre eigene Chefin, dank eines Mikrokredites. Auch das traditionelle Handwerk setzt darauf, weil Kredite von traditionellen Banken kaum erschwinglich sind.

Junge Frau hämmert auf einem Messer rum Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Messerscharfe Arbeit: Goldschmiedin Ramona Matthaei hämmert in ihrem Atelier. SRF

Sich selbständig machen, sein eigener Chef sein. Davon träumen viele. Häufig scheitern die Pläne aber am Geld, weil traditionelle Banken kaum erschwingliche Kredite vergeben. Der Verein GO! ist für Jungunternehmer daher eine Chance, auch für traditionelle Handwerkerinnen und Handwerker wie Goldschmiedin Ramona Matthaei.

In ihrem Schmuckatelier in Zürich Oerlikon stellt sie unterdessen spezielle Armbänder her. Die 31-Jährige erzählt, mit einer Drehbank habe alles angefangen: «Das Handwerk ist das Faszinierende. Nicht das Blingbling, das Gold, die Diamanten. Darum hatte ich schon eine Drehbank, bevor ich überhaupt einen Raum für mein Atelier hatte.»

Fast wäre es am Geld gescheitert

Ramona Matthaei wusste genau, wie ihre mit Steinchen verzierten Kautschuk-Armbändel aussehen sollten. 25'000 Franken Startkapital hätte sie für ihre eigene Firma gebraucht – vor allem um die Materialien bestellen zu können. Die Bank sagte jedoch nein, machte die Jungunternehmerin aber auf den Verein GO! aufmerksam.

Seit drei Jahren läuft das Geschäft von Ramona Matthaei – ein hartes Geschäft: «Man rennt den ganzen Monat, damit das Geld für alle Fixkosten irgendwie reinkommt. Am Ende jedes Monats ist es dann immer, als ob der Reset-Knopf gedrückt würde. Alles beginnt wieder bei Null.» Trotzdem: zurück will sie nicht mehr.