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Regionaljournal Wochengast «Das hat mich extrem wütend gemacht»

Legende: Audio Christian Amsler im Gespräch (9.7.2017) abspielen. Laufzeit 16:49 Minuten.
16:49 min

Der Schaffhauser Regierungsrat Christian Amsler hat derzeit einen schweren Stand als Erziehungsdirektor im eigenen Kanton. Der geplante Lektionenabbau an den Schulen dürfte keine Chance haben, die Klassenlehrer sind verärgert, weil sie die versprochene Entlastung nicht bekommen, und nun hat auch noch der Kantonsrat für einen Eklat gesorgt: Amsler, von Amtes wegen Präsident des Schaffhauser Erziehungsrates, soll nicht mehr Präsident des Gremiums sein. Der Erziehungsrat, der unter anderem über Schulrekurse und die Einführung neuer Lehrpläne entscheidet, soll nach Meinung des Parlaments unabhängiger von der Regierung und der Verwaltung sein.

SRF: Christian Amsler, man hat Sie noch selten so wütend gesehen, wie am letzten Montag. Nachdem der Kantonsrat Ihre Rückstufung beschloss, stürmten sie aus dem Saal und wollten mit niemandem mehr sprechen.

Christian Amsler: Ich sage es offen und ehrlich: Der letzte Montag war für mich ein schwarzer Tag und ein politischer Tiefpunkt. Die erste Nacht habe ich gar nicht gut geschlafen. Dank meiner Familie und meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern habe ich mich wieder gefangen. Aber der Entscheid des Parlaments hat mir emotional schon sehr zu schaffen gemacht.

Warum denn?

Es ist schon sehr speziell, wenn der Kantonsrat nach vielen Jahrzehnten, in denen der Erziehungsrat solide und gute Arbeit leistet, plötzlich zur Überzeugung gelangt, dass der Erziehungsdirektor zurückgestuft werden soll zu einem einfachen Mitglied. Das gibt es in keinem anderen Kanton, und das hat mich extrem wütend gemacht.

Aber Sie bleiben doch auch als einfaches Mitglied der starke Mann im Erziehungsrat, der die Agenda diktiert.

Aber es ist etwas anderes, wenn Sie das Gremium präsidieren und dann auch gegen Aussen vertreten müssen. Der Erziehungsrat ist ein Gremium, das Bildungspolitik betreiben soll. Und wenn ich mich in Zukunft als Erziehungsdirektor mit der neuen Präsidentin oder dem Präsidenten des Gremiums abstimmen muss, macht es die Arbeit viel schwerfälliger und ineffizient.

Sehen Sie denn Ihre Zurückstufung als Misstrauensvotum gegen Sie?

Darüber kann man orakeln. Vielleicht gibt es Leute, die finden, ich hätte eine zu starke Position. Aber das muss nicht ich beurteilen.

Haben Sie noch genug Rückhalt als Erziehungsdirektor?

Selbstverständlich. Man muss jetzt auch nicht dramatisieren. Ich empfinde es nicht als Frontalangriff gegen meine Person oder dass man mich absetzen will. Ich wurde ja vom Schaffhauser Volk und nicht vom Kantonsrat gewählt, und zwar mit gutem Ergebnis. Da kann ich gelassen sein.

Hören Sie im Interview weiter, was Christian Amsler zu den noch nicht gewährten Entlastungslektionen für Klassenlehrer und Kindergärtnerinnen sagt und was er von den Kampfmassnahmen hält, welche die Lehrpersonen angedroht haben.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Niklaus Bächler (quod erat demonstrandum)
    Es gibt im Kanton Schaffhausen wohl keinen so unglücklich agierenden Regierungsrat wie Herr Amsler. Immer grosse Worte, aber die Taten sind dann unbedeutend klein. Ich denke, zu Zurückstufung hat auch mit seiner unglücklichen, ja beinahe erfolglosen Amtsführung zu tun.
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