Das mittelalterliche Schaffhausen ist online

Das Staatsarchiv des Kantons Schaffhausen hat die Kirchenbücher digitalisiert und online gestellt. Damit sind historische Quellen über Personen, Dorfleben und Ereignisse über das Internet verfügbar.

Eine Frau hält ein aufgeschlagenes Buch aus dem Mittelalter in den Händen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Ein Blick in eines der historischen Kirchenbücher, welche Projektleiterin Erika Seeger digitalisiert hat. SRF

Wer im Kanton Schaffhausen Familienforschung betreiben will, hat es nun einfacher. Auf der Internetseite des Staatsarchivs stehen seit Donnerstag neu alle Kirchenbücher online zur Verfügung. Insgesamt geben 129 Kirchenbücher und rund 40'000 Bilder Auskunft über Personen und Ereignisse im Kanton Schaffhausen ab der Reformationszeit.

Die Kirchenbücher wurden von Dorfpfarrern geführt und setzten in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts an. Die Dorfpfarrer haben das Leben und die Ereignisse festgehalten. Die Kirchenbücher enthalten Listen mit Taufen, Eheschliessungen und Todesfällen.

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Neben dem geschellschaftlich-kirchlichen Leben haben die Dorpfarrer aber auch ganz andere Ereignisse festgehalten: Unglücksfälle und Verbrechen, Wetterereignisse und deren Folgen, Seuchen und Kriege. Die Kirchenbücher sind deshalb wertvolle historische Quellen.

Langjähriges Projekt und anspruchsvolle Arbeit

Die Familienforschung hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Wie Staatsarchivar Roland E. Hofer gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen» sagt, bekomme er immer mehr schriftliche und mündliche Anfragen. Das Staatsarchiv habe deshalb vor einigen Jahren begonnen, die Kirchenbücher zu digitalisieren. Mit dem neuen Online-Angebot könne nun Familienforschung im Kanton Schaffhausen vom Standort unabhängig gemacht werden.