«Das war eine Revolution»

Seit fünfzig Jahren werden am Zürcher Universitätsspital Organe verpflanzt. Die Überlebenschancen für die Empfänger sind seit den Anfängen immer grösser geworden, auch dank Erfolgen der Pharma-Industrie.

Am 17. Dezember 1964 setzte Professor Åke Senning am Universitätsspital Zürich (USZ) erstmals einem Patienten eine fremde Niere ein. Damals sei die Gefahr, dass der Körper des Empfängers das fremde Organ abstösst, noch sehr gross gewesen, erklärt Nicolas Müller, aktueller Leiter des USZ-Transplantations-Zentrums: «Chirurgisch klappte alles, nur das Überleben funktionierte nicht.»

Transplantationen unumgänglich

1983 wurde vom Schweizer Sandoz-Konzern ein Medikament entwickelt, das solche Abstossungsreaktionen unterdrückte. «Das war eine Revolution», so Müller.

Schwarzweiss-Bild von der ersten Herztransplantation am Zürcher Unispital. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die erste Herz-Transplantation am USZ war 1969. Die ersten beiden Patienten starben kurz danach. ZVG

Die durchschnittliche Überlebenszeit sei dadurch heute zehn bis zwanzig Jahre länger als in den Anfangszeiten.

Nicolas Müller glaubt nicht, dass es bald einmal eine Alternative zu Organ-Transplantationen geben wird: «Ein Organ ist etwas derart Kompliziertes - das können Sie nicht nachbauen. Vor allem bei Leber und Lunge sind wir weiter auf Transplantationen angewiesen.»