Das Windkraftwerk, das aus dem Weltall kommt

Weltraumtechnologie auf den Boden zurückholen. Die ETH Zürich und die Europäische Raumfahrtbehörde ESA haben drei Schweizer Start-ups ausgewählt, die Technologie aus der Raumfahrt für Anwendungen auf der Erde nutzen. Dazu gehört auch die Firma TwingTec aus Dübendorf.

Rolf Luchsinger, Mitbegründer und Chef der Firma Twin Tec, mit einem Modell seines Flugwindkraftwerks. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Rolf Luchsinger, Mitbegründer und Chef der Firma TwingTec, mit einem Modell seines Flugwindkraftwerks. SRF

TwingTec, ein Spin-off der Empa und der ETH Zürich, entwickelt sogenannte Flugwindkraftwerke. Sie werden mit GPS-Technik in der Luft positioniert.

Beim Kraftwerk von TwingTec kreist eine Art Flugdrachen hoch über dem Boden. Mit einem Seil ist er mit einem Generator am Boden verbunden. Durch die Bewegung des Seils wird Strom erzeugt. «Mit GPS-Technik der ESA können wir den Flugdrachen in Zukunft zentimetergenau steuern», erklärt TwingTec-Chef Rolf Luchsinger.

Vor allem für abgelegene Siedlungen geeignet

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Förderprogramm der ESA

Die ETH Zürich und die ESA wollen gemeinsam Weltraumtechnik für den Alltag nutzbar machen. Dafür unterstützen sie vorerst drei Schweizer Start-ups. Während fünf Jahren erhält jedes Start-up von der ESA je 500'000 Franken, um seine Forschung voranzutreiben. Ähnliche Programme gibt es auch in anderen Ländern.

In einer ersten Phase soll die Anlage vor allem in abgelegenen Siedlungen genutzt werden, die von der Stromversorgung ausgeschlossen sind und ihren Strom bisher mit Dieselgeneratoren erzeugen mussten.

Eine erste Testanlage will TwingTec-Chef Rolf Luchsinger schon 2018 in Kanada in Betrieb nehmen.

Später soll es auch grosse Windparks mit mehreren Anlagen geben.

Besser für Vögel

Ein weiterer Vorteil der Anlage gegenüber konventionellen Windkraftwerken: Sie ist weniger gefährlich für die Vögel. Diese halten den Flugdrachen nämlich für einen Raubvogel und halten deshalb genügend Abstand.