Das Zurich Film Festival – mehr als nur ein «Cüpli-Event»

Noch bis Sonntag trifft sich die Filmwelt in Zürich – Schauspieler und Regisseurinnen glänzen auf dem grünen Teppich. Abseits des Rummels treffen sich die Filmemacher auch zum Austausch mit Journalisten – und erklären zum Beispiel, welchen Stellenwert das Zurich Film Festival für sie hat.

Die Schweizer Regisseurin Sabine Gisiger über das Zurich Film Festival. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: «Die Skepsis ist schnell verflogen». Regisseurin Sabine Gisiger über das Zurich Film Festival. ZVG

Das Festivalzelt auf dem Zürcher Sechseläutenplatz am Sonntagnachmittag. Gut zwei Dutzend Filmemacher aus der halben Welt sind gekommen, um Journalisten zu treffen. «Meet de Filmmakers», heisst dieser Anlass, der am Zurich Film Festival (ZFF) zur Tradition geworden ist.

Eine der Filmemacherinnen ist die Zürcherin Sabine Gisiger, die spontan Applaus und Bravorufe erntet für ihren feinfühligen, ruhigen Film «Dürrenmatt – eine Liebesgeschichte». Sie selber sei eher skeptisch gewesen, als das Festival vor zehn Jahren gegründet worden war:

«  Ich habe meine Meinung dann aber sehr schnell revidiert. »

Sabine Gisiger
Filmregisseurin

Gisiger nahm Einsitz in der Jury, welche die Dokumentarfilme bewertet, und war begeistert über die grosse Vielfalt.

Mit dabei bei «Meet the Filmmakers» ist auch Daniel Sager, ein junger Regisseur aus Deutschland. Er zeigt seinen neuen Film «The long Distance» – ein Dokumentarfilm über das unschöne Geschäft mit Marathonläufern. Wichtig sei ihm, dass sein Film gut präsentiert, «gescreent», werde, und dass er auf Publikumsinteresse stosse.

Vor allem auch ein Fest fürs Publikum

Das Publikum spielt auch für Sabine Gisiger eine zentrale Rolle: «Es ist wie ein Filmfest für Zürich. Wir haben die grösste Filmindustrie, die von den Steuerzahlern im Kanton getragen wird. Die haben es darum mehr als verdient, diese Filme auch sehen zu können.»

Ein Fest fürs Publikum ist das Zurich Film Festival insbesondere dann, wenn die Hollywoodstars über den grünen Teppich schreiten. Dem ZFF haftet darum etwas der Ruf an, ein «Cüpli-Festival» zu sein. «Das mag tatsächlich etwas zutreffen», meint der Schweizer Produzent Peter Wirthensohn, der schon lange in Wien lebt. Aber das sei ja nicht grundsätzlich schlecht. Man müsste einfach versuchen, diese mediale Aufmerksamkeit für die Stars an die «Kleineren» weiterzugeben.

Plattform für einen regen Austausch

Trotz kritischen Stimmen. Die Filmemacher sind sich einig, dass sich das verhältnismässig junge Festival schnell etabliert habe. Es ist zur Plattform geworden, wo ein reger Austausch stattfindet – zum einen mit den Medien, zum anderen aber vor allem mit Berufskollegen.