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Zürich Schaffhausen Den Lehrerberuf für Männer wieder attraktiver machen

In der Schweiz und im Kanton Zürich gibt es immer weniger Männer, die auf der Primarstufe unterrichten. Ein Verein will diesen Abwärtstrend nun stoppen. Das Zürcher Volksschulamt findet dies überflüssig.

Lehrer vor der Wandtafel.
Legende: Seit 1991 gibt es an den Schweizer Primarschulen mehr Lehrerinnen als Lehrer. Keystone

Es gab mal eine Zeit, Ende des 19. Jahrhunderts, da war das Lehrerzimmer noch eine reine Männerdomäne. Mittlerweile hat sich dies dramatisch verändert. Gemäss der jüngsten Zürcher Bildungsstatistik unterrichten an den Primarschulen des Kantons Zürich 83,5 Prozent Frauen. Oder anders gesagt: Nicht einmal jede fünfte Lehrerstelle ist durch einen Mann besetzt.

Der Lehrerberuf habe bei Männern einen schlechten Ruf, sagt Beat Ramseier. Der Zürcher leitet die Koordinationsstelle des neu gegründeten Vereins «Männer an die Primarschule». Dem Verein gehören Berufsverbände und pädagogische Hochschulen an. Das Ziel: Den Lehrerberuf für Männer attraktiver zu machen, damit die Schülerinnen und Schüler beide Geschlechter als Bezugspersonen erleben können.

Kanton Zürich sieht keinen Handlungsbedarf

Das Geschlecht einer Lehrperson werde überbewertet, findet hingegen Martin Wendelspiess, Chef des Zürcher Volksschulamts. «Uns sind engagierte, fachlich gute Lehrpersonen wichtig, das Geschlecht ist sekundär.» Zudem glaubt er daran, dass sich das Verhältnis von männlichen und weiblichen Lehrpersonen wieder ändert.

So könne man schon heute beobachten, dass die Quereinsteigerausbildung bei Männern sehr gut ankomme. Oder dass Zivildienstleistende, die in Schulzimmern aushelfen, sich später für den Lehrerberuf interessieren würden.

Früh Einfluss nehmen

Weniger optimistisch ist Beat Ramseier vom Verein «Männer an die Primarschule». Er glaubt nicht, dass sich der Männeranteil an den Primarschulen deutlich verändern wird: «Aber wenn wir es schaffen, dass der Männeranteil wenigstens nicht mehr sinkt, haben wir viel erreicht.». Der Verein will dafür schon bei Jugendlichen ansetzen, die vor der Berufswahl stehen.

«Mit unseren Schnupperprojekten wollen wir bereits in der Oberstufe ansetzen», sagt Beat Ramseier. In einem Projekt besuchen zum Beispiel Studenten der Pädagogischen Hochschule Oberstufenschulklassen, um den Schülern den Lehrerberuf näher zu bringen.

5 Kommentare

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  • Kommentar von paul waber (sandokan)
    Richtig männlich ist wohl in vielen Köpfen ein karrieregeiler Draufgänger, der im Job seine Ellbogen einsetzt, sich durchsetzt, Konzepte durchboxt, die andere umsetzen können, "unfähige" Mitarbeiter rausschmeisst, viel Kohle generiert und eine sexy Sekretärin hat. Im Lehrberuf alles Fehlanzeige!
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  • Kommentar von paul waber (sandokan)
    Die wohl übelste Entscheidung der Bildungsdirektion, das sogenannte Fächergruppen-System bei der Primarlehrerausbildung zuzulassen, hat dazu geführt, dass heute nur noch wenige Lehrpersonen 100% arbeiten. Die meisten können gar nicht im Vollpensum unterrichten, da sie nicht über alle Fächerdiplome verfügen. Für einen Familienvater ist dies finanziell uninteressant, zusätzlich zu den mangelnden Aufstiegsmöglichkeiten und den überrissenen Ansprüchen von Eltern und Gesellschaft an die Schule.
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  • Kommentar von Peach Meier (Peach Meier)
    Kein richtiger Mann kann diesen Mist unterrichten, der heute von ihm verlangt wird!
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    1. Antwort von D. Thrum (Thrum)
      Die Idee, was für sie ein 'richtiger Mann' ist, ist wohl weitaus eher das Problem hier, als was angeblich unterrichtet wird.
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    2. Antwort von paul waber (sandokan)
      Hier geht es nicht um Mist, sondern darum, Kinder zu inspirieren, begeistern, motivieren, führen, coachen, begleiten, trösten, bilden usw, usw. Das ist eine richtige Aufgabe und kein nine-to-five-Job, der dicke Kohle und etwas Arbeit am Laptop verlangt....Geben Sie mal ein paar Tage Schule, Herr Meier, dann reden wir weiter....
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