Zürcher Gammelhäuser Der Anfang vom Ende der Lotterliegenschaften

An der Neufrankengasse im Langstrassenquartier hat die Räumung der vergammelten Liegenschaften begonnen. Der Verwalter hat alle Mieterinnen und Mieter brieflich aufgefordert, die Häuser zu verlassen.

Der Boden einer Wohnung, übersät mit Abfall. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Einige Bewohner hinterlassen eine gehörige Menge Abfall. Keystone

Eigentlich hätten die beiden Häuser bereits Ende Jahr leer sein müssen, auf diesen Zeitpunkt hatte der Verwalter allen Mieterinnen und Mietern den Vertrag gekündigt. Viele hielten sich jedoch nicht daran.

Dazu kamen Drogenverkäufer, die in den beiden Liegenschaften ihre Ware an Süchtige verkauften. Damit soll jetzt Schluss sein. Der Verwalter hat am Mittwoch sämtliche Personen aus den Häusern verwiesen.

Er verteilte allen ein schriftliches Hausverbot. Wer sich nicht daran halte und das Gebäude erneut betrete, werde von der Polizei weggeschickt. Und sobald sich niemand mehr in den beiden Liegenschaften aufhalte, würden die Türen der beiden Häuser verbarrikadiert, kündigte der Verwalter an. Wann genau dies sein wird, darauf wollte er sich am Mittwoch nicht festlegen.

Stadt sucht nach Lösungen

Damit niemand auf der Strasse landet, bleibt die Stadt Zürich mit ihrem SIP-Bus weiterhin an der Neufrankengasse präsent. «Wir bleiben vor Ort für Leute, die Hilfe suchen oder nicht wissen, wohin sie gehen sollen», so Michael Rüegg, Sprecher des Sozialdepartements. Das Beratungsangebot der SIP steht seit einer Woche an der Neufrankengasse.

Verfahren gegen Besitzer noch hängig

In die Schlagzeilen geraten waren die Häuser im Kreis 4 im Herbst 2015. Damals machte die Stadtpolizei Zürich eine Razzia – wegen des Verdachts auf Mietwucher.

Das Verfahren gegen den Hausbesitzer, der für zwei Monate in Untersuchungshaft sass, ist hängig. Ihm wird vorgeworfen, er habe die Wohnungen zu völlig überrissenen Preisen an Menschen in einer Notlage vermietet.