Der Aufseherin droht Gefängnis

Die Gefängnisaufseherin, die Anfang Februar mit einem Häftling aus dem Gefängnis Limmattal ins Ausland geflüchtet ist, befindet sich wieder in Zürich. Die Staatsanwaltschaft befragt sie nun und entscheidet über das weitere Vorgehen

Ein modernes Haus mit grauer Fassade und dunklen Fenstern Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Ort der Flucht: Das Gefängnis Limmattal in Dietikon. Keystone

Die italienische Polizei übergab ihren Tessiner Kollegen am Donnerstag kurz nach 11.15 Uhr in Chiasso die Wärterin. Die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis bestätigte eine entsprechende Meldung des «Corriere del Ticino».

Freiheitsstrafe bis drei Jahre möglich

Die Zeitung veröffentlichte ein Foto, auf dem die Wärterin in einer türkisfarbenen Trainerjacke von zwei Polizisten in Empfang genommen wird. Nachdem alle Formalitäten erledigt waren, wurde die Frau den Zürcher Justizbehörden übergeben: Sie traf am späten Freitagvormittag in Zürich ein, wie die zuständige Staatsanwältin gegenüber der Nachrichtenagentur sda sagte. In der darauffolgenden Befragung habe sie sich geständig gezeigt. Ihr drohen nun bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe wegen Entweichenlassens eines Gefangenen und wegen Amtsmissbrauchs.

Die 32-Jährige befreite im Gefängnis Limmattal in Dietikon einen 27-jährigen syrischen Häftling und türmte mit ihm nach Italien. In der Nacht auf Karfreitag wurden die beiden im norditalienischen Romano di Lombardia verhaftet. Der Syrer befindet sich nach wie vor in Italien. Sein Auslieferungsverfahren läuft noch.

«Der Mann meines Lebens»

In einer auf «20minuten.ch» veröffentlichten Videobotschaft erklärte die Gefängniswärterin, der Häftling sei «der Mann ihres Lebens». Das Paar wollte sich offenbar in den Nahen Osten absetzen.Der Syrer machte sich mit dem Ausbruch aus dem Gefängnis nicht strafbar. Allerdings dürfte er seine Chance auf Hafterleichterung oder vorzeitige Entlassung verspielt haben.