Der selbsternannte «König von Zürich» ist tot

Er war Künstler, Stadtzürcher Original, zeitgenössischer Dadaist, aber er war auch umstritten und ein Behördenschreck. Peter Johannes Kraska, ist verstorben.

Ein mann hält ein kleines Gitter vor seine Augen und blickt hindurch. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Peter Johannes Kraska war Stadtzürcher Original, Selbstdarsteller und ab und zu auch Behördenschreck. Keystone

Peter Johannes Kraska nannte sich selbst «seine Majestät König Pjotr Kraska von Zürich und Bilbao». Nun ist der selbsternannte König im Alter von 70 Jahren verstorben. In der Todesanzeige in der «NZZ» heisst es kurz: «Ich bin von dieser Welt». Das Bestattungsamt der Stadt Zürich hat den Tod Peter Kraskas gegenüber der Nachrichtenagentur sda bestätigt.

Peter Kraska wurde in Zürich geboren und trat zunächst als Regisseur experimenteller Theater in Erscheinung. Zur Majestät ernannte er sich 1980 im Rahmen der Zürcher Unruhen. Während vieler Jahre gab er danach seine Zeitschrift «Offizielle Hofnachrichten der Krone» heraus.

Berühmt als notorischer Schwarzfahrer

König Kraska war Verfechter des Nulltarifs im öffentlichen Verkehr und deshalb als notorischer Schwarzfahrer bekannt. Zwischen Februar 1989 und Juni 1990 brachte er in verschiedenen Trams und Billettautomaten der VBZ Kleber an und verursachte dadurch einen Sachschaden von mindestens 2700 Franken verursacht. Er wurde deshalb zu einer bedingten Gefängnisstrafe von 14 Tagen verurteilt wegen Sachbeschädigung, Gewalt und Drohung gegen Beamte.

Rückzug von der «Bühne»

In den letzten Jahren wurde das Reich des selbsternannten Königs kleiner, seine Provokationen blieben mehr und mehr aus. Kurz vor Ostern 2015 verkündete Peter Kraska, dass er seine Hofnachrichten einstellt und sich aus gesundheitlichen Gründen zurückzieht.