Der Spion im eigenen Computer

Der Zürcher Datenschützer Bruno Baeriswyl warnt vor «Google Analytics». Mit Hilfe dieses Programms kann man überprüfen, wer die eigene Website nutzt. Doch wer es nutzt, läuft in Gefahr, den Datenschutz zu verletzen. Denn es leitet Daten weiter, oft ohne dass die Nutzer davon wissen.

Ein Mann schaut mit einem Feldstecher in einen Computer. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Wer seine Nutzer auspioniert, läuft in Gefahr, gegen den Datenschutz zu verstossen. Colourbox

Wer nutzt meine Website? Was interessiert die Nutzerin, was nicht? Wen dies interessiert, kann sich das «Google Analytics» herunterladen. Das Programm zeichnet das Verhalten von Nutzern im Internet auf. Doch dies ist problematisch.

Denn: «Die gesammelten Daten werden mit anderen Informationen verknüpft, die Google über sie verarbeitet und dann nach Amerika geschickt», erklärt der Zürcher Datenschützer Bruno Baeriswyl im «Regionaljournal Zürich Schaffhausen».

Daten anonym machen wäre die Lösung

Öffentliche Organe wie Schulen oder Gemeinden dürfen solche Daten nicht weiterleiten. Für sie ist das Programm deshalb verboten. Und auch Private können Datenschutzrichtlinien verletzten - wenn sie ihre Nutzerinnen und Nutzer nicht darauf aufmerksam machen, dass sie das Programm einsetzen. 

Die Lösung für das Problem wäre eine Anonymisierung der Daten. Doch bis jetzt weigert sich Google in der Schweiz, zu einer solchen Anonymisierung Hand zu bieten.

«Die Internetfirmen haben ein Interesse, möglichst viele personenbezogene Daten zu sammeln», sagt Baeriswyl. Und beisst sich die Zähne aus. «Bei diesen internationalen Firmen sind wir Datenschützer machtlos.»