Dichten gegen Demenz

Mit Poesie gegen das Vergessen antreten. In einem Winterthurer Alterszentrum lernen Pflegepersonal und Angehörige von Menschen mit Demenz, wie sie durch Gedichte Erinnerungen bei den Betroffenen wecken können. Gedichte sollen ein fester Bestandteil in der Pflege werden.

Lars Ruppel ist Slam Poet. Normalerweise tritt er auf Bühnen oder in verrauchten Bars auf. Heute jedoch steht er in einem grossen Saal des Alterszentrums Oberi in Winterthur. Ruppel leitet den Workshop «Weckworte». Dieser soll dem Pflegepersonal der Demenzabteilung sowie Angehörigen näherbringen, wie Freude am gesprochenen Wort Menschen mit Demenz aus ihrer Isolation holen kann.

Der 31-jährige Deutsche hat verschiedene Übungen vorbereitet. Fleissig werden Gedichte von Goethe rezitiert oder Verse von Heinz Erhard gelesen. Dabei werden mit Bewegungen oder Berührungen demente Bewohner miteinbezogen.

Das Ziel dabei: Mit Worten sollen Emotionen und Erinnerungen geweckt werden. Die Methoden, die das Personal im Workshop «Weckworte» erlernen, soll das Winterthurer Pflegepersonal künftig in ihren Arbeitsalltag einfliessen lassen.