Ja zu neuem Bundesasylzentrum «Die Asylbewerber gehören auch in unsere Stadt»

Der Zürcher Gemeinderat bewilligt 24,5 Millionen Franken für ein neues Bundesasylzentrum. Dieses soll auf dem Duttweiler-Areal im Kreis 5 gebaut werden. Den endgültigen Entscheid fällen die Stimmberechtigten – voraussichtlich im September.

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Bildlegende: Gleich neben dem Toni-Areal soll das neue Zentrum gebaut werden. zvg Visualisierung Stadt Zürich

Das Wichtigste

  • SP, FDP, Grüne, GLP und CVP sagen Ja zum 24,5 Millionen-Kredit. Der Bund wird das Geld später in Form von Mietzinsen zurückbezahlen.
  • Das neue Zentrum bietet Platz für 360 Asylsuchende. Es wird auf dem Duttweiler-Areal im Kreis 5 gebaut und soll maximal 25 Jahre in Betrieb bleiben.
  • Der Bund führt dort die beschleunigten Asylverfahren durch, denen die Stimmberechtigten der Schweiz 2016 mit 67 Prozent Ja-Stimmen zugestimmt hat.
  • Den endgültigen Entscheid über das neue Zentrum im Zürich fällen die Stimmberechtigten – voraussichtlich im September.

SVP-Gemeinderat Robert Bertozzi wehrte sich namens seiner Partei gegen den Standort. «Wir sind der Meinung, ein solches Zentrum gehört in eine Randregion.» Dem widersprach Michael Kraft von der SP. Man könne nicht beschleunigte Verfahren verlangen, sich aber dagegen wehren, dass dies vor der eigenen Haustüre passiere. «Diese Menschen gehören auch in eine Stadt – und zwar auch in unsere Stadt», rief er in den Saal.

Am Schluss votierten nur die SVP und – aus ganz anderen Gründen – vereinzelte AL-Gemeinderäte gegen das Zentrum.

«Liberales» Betriebskonzept

Die Mehrheit sprach sich auch dafür aus, dass sich die Stadt Zürich beim Bund – welcher das Zentrum betreiben wird – für ein «liberales» Betriebskonzept ausspreche. Auch sollen die Kinder nicht im Zentrum, sondern in einem öffentlichen Schulhaus unterrichtet werden – allerdings in separaten Klassen.

Frühestens im Herbst 2019 soll das neue Zentrum den Betrieb aufnehmen.