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Zürich Schaffhausen «Die Felder sind in einem prekären Zustand»

Andreas Rüsch, Leiter der landwirtschaftlichen Beratung am Strickhof, spricht als Wochengast über Pilze, die die Kartoffelernte bedrohen, ohnmächtige Landwirte und Versicherungen.

Legende: Audio Andreas Rüsch im Interview (19.6.2016) abspielen. Laufzeit 17:00 Minuten.
17 min, aus Regi ZH SH vom 19.06.2016.

Der Strickhof ist das kantonale Kompetenzzentrum für Bildung und Dienstleistungen in Land- und Ernährungswirtschaft. Dort leitet Andreas Rüsch die landwirtschaftliche Beratung. Bei diesem verregneten Frühsommer ist guter Rat für die Bauern allerdings teuer. Andreas Rüsch sagt als «Regionaljournal»-Wochengast: «Die Situation für die Bauern ist im Moment etwas ohnmächtig.»

Wenn er die Bauern draussen auf den Feldern besuche, dann treffe er zurzeit schwierige Situationen an, sagt Andreas Rüsch: «Die Felder sind in einem prekären Zustand.» Vor allem Kulturen, die im Boden wachsen, seien betroffen. So zum Beispiel die Kartoffeln. Andreas Rüsch rechnet damit, dass alle Kartoffelfelder von einem Pilz befallen sind: «Eine solche Situation hab ich in meinen 15 Jahren Tätigkeit nie erlebt.»

Kartoffeln ertrinken

Die Kartoffeln sind aber nicht nur von Krautfäule betroffen, sie ertrinken schlicht in den nassen Böden: «Es gibt Stellen, die so nass sind, dass die Kartoffeln ertrunken und erstickt sind. Es hat einfach keine Luft mehr im Boden», erklärt Rüsch.

Vor allem die Bodenkulturen können im Moment nicht geerntet werden. In den vergangenen Tagen sei wohl schweizweit keine einzige Karotte maschinell aus dem Boden gezogen worden, sagt Andreas Rüsch. Daher kommen im Moment auch keine Schweizer Karotten mehr in die Läden.

Der Schweizer Markt kann zurzeit mit gewissen Produkten nicht beliefert werden.
Autor: Andreas RüschLeiter der landwirtschaftlichen Beratung am Strickhof

Als grösstes Problem sieht Andreas Rüsch jedoch das unbeständige Klima. Letztes Jahr war trocken, dieses Jahr extrem nass. Unter diesen Umständen könne er den Bauern kaum etwas raten, das langfristigen Nutzen bringe.

Wäre es immer trockener, könnten die Bauern zum Beispiel auf italienische Sorten umsteigen, die trockenes Wetter besser ertragen. Doch bei diesen Klimaschwankungen sei dies keine Lösung.

Galgenhumor

So bleibt dem Landwirtschaftsberater des Strickhofs nur eine grosse Portion Galgenhumor: «Aus extremen Jahren kann man am meisten Lehren ziehen. Nur solche Ereignisse bringen uns am Schluss weiter.»

(marn; Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 17:30 Uhr)

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