«Die Festung zu erhalten ist eine kulturelle Aufgabe»

Die Festung Ebersberg im Zürcher Weinland ist die einzige ihrer Art im Kanton Zürich. Seinerzeit erbaut, um die Rheinschlaufe zu schützen, wurde sie später mit viel Freiwilligenarbeit renoviert. Anstoss für den Erhalt der Festung gab das Gerücht, sie werde in ein Sex-Etablissement verwandelt.

Seit zehn Jahren führt Felix Nöthiger Besuchergruppen durch die Festung Ebersberg. Seit Mai 2003 ist die einzige militärische Festung im Kanton Zürich für die Öffentlichkeit zugänglich. Zu verdanken ist dies zu einem grossen Teil Felix Nöthiger - und einem Gerücht:

«Ich habe gehört, die Festung werde ausgemustert und eine Rotlicht-Persönlichkeit wolle sie kaufen und daraus ein entsprechendes Etablissement machen», erzählt Nöthiger im «Regionaljournal Zürich Schaffhausen». Zwar war an den Bordell-Plänen nichts dran, trotzdem wurde Felix Nöthiger, die Gemeinde und der Bund aktiv. Die Gemeinde übernahm die Festung vom Bund und Nöthiger repariert sie - noch immer - mit Freiwilligen.

Schutz der Rheinschlaufe

Gebaut wurde die Festung zwischen 1938 und 1940 - zur Blütezeit des Schweizer Bunkerbaus. Sie diente zum Schutz der Thurmündung und der Flussschleife von Rheinau - denn in den 30er Jahren nahm der Druck des nationalsozialistischen Deutschland auf die Schweiz zu und an der Rheinschlaufe hätten die Deutschen den Rhein einfach überqueren können. Bis 1978 wurde sie benutzt, dann wurde die Festung ausgeräumt und die Kanonen entfernt.