Die Musterschwester aus Zürich

Anders als in Bern kommt es um die Zürcher «Zwillingsschwester» der Reitschule, die Rote Fabrik, nie zu Auseinandersetzungen. Das Kulturzentrum ist seit Jahren politisch weitgehend unbestritten. Warum?

Blick auf den Aussenbereich der Roten Fabrik. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Rote Fabrik: organisierter alternativer Freiraum, der funktioniert. SRF

Die Rote Fabrik wurde 1981 - ein Jahr nach den Zürcher Jugendunruhen - als Kulturzentrum in Betrieb genommen. Zwar hatte das Volk schon Jahre vorher in einer Abstimmung den Abriss der alten Seidenweberei abgelehnt und einer alternativen Nutzung zugestimmt. Aber erst die Jugendbewegung, die kreative und autonome Freiräume forderte, verhalf dem Projekt zum Durchbruch.

Aus dem Provisorium wurde 1987 ein definitiver Betrieb mit mehr oder weniger garantierter Unterstützung der Stadt. Darum muss die Rote Fabrik nicht regelmässig eine neue Leistungsvereinbarung mit entsprechendem Konfliktpotential aushandeln, wie das die Reitschule muss.

Klare Organisation

Ein anderer Grund für die Ruhe um die Rote Fabrik dürfte ihre Organisation sein. Die Rote Fabrik leitet seit langem eine festangestellte und bezahlte Betriebsgruppe. «Hätte man das wirklich autonom gemacht, wären hier wohl ähnliche Probleme entstanden wie in Bern», sagt Markus Kenner, der damals zum Gründungsteam gehörte.

Schliesslich trägt sicher auch die Lage der Roten Fabrik direkt am See und am Stadtrand zur Ruhe bei. Denn die Krawalle, die es auch in Zürich immer wieder gibt, konzentrieren sich auf die Innenstadt

(vinc;meys; Rendez-vous 12:30 Uhr)

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