Staus und gefällte Bäume Die Sanierung der Zürcher Bellerivestrasse im Gegenverkehr

Die Stadt belässt den Verkehr während der Bauarbeiten auf der Bellerivestrasse. Die Idee einer Umfahrungsbrücke ist gescheitert.

Zwei Frauen halten ein Plakat und demonstrieren gegen die Sanierung der Bellerivestrasse. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die IG «Bellerivestrasse für Alle» will zwei Fahrspuren, Tempo 30 und Platz für Velofahrer auf der Bellerivestrasse. SRF

Die Bellerivestrasse zwischen dem Bahnhof Tiefenbrunnen und dem Seebad Utoquai und die dortigen Werkleitungen sind in einem schlechten Zustand und müssen dringend saniert werden. Die Stadt Zürich hat nun entschieden, wie sie die Bauarbeiten angehen will. Geplant ist:

  • Der Verkehr wird von vier auf nur noch zwei Fahrbahnen geleitet.
  • Auf den geschlossenen Fahrbahnen finden die Sanierungsarbeiten statt.
  • Aus Platzgründen müssen 87 Bäume entlang der Strasse gefällt werden.
  • Die Arbeiten beginnen frühestens 2019 und dauern drei Jahre.
  • Die Stadt rechnet mit Kosten von rund 64 Millionen Franken.

Im Vorfeld war auch über zwei andere Bauvarianten diskutiert worden. Eine Idee sah eine Art Umfahrungsbrücke im Zürichsee vor. «Dies hätte jedoch zu hohen Kosten und vielen Einsprachen geführt», betont Tiefbauvorsteher Filippo Leutenegger. Und die andere Idee – eine Umleitung des Verkehrs über die Dufourstrasse – wäre für die Quartierbevölkerung eine zu grosse Belastung gewesen.

Zu viele Autos, zu wenig Velos

Urs Frey ist Präsident des betroffenen Quartiervereins Riesbach. Er bedauert, dass im Zuge der Sanierung 87 Bäume gefällt werden müssen: «Wir hätten gerne eine andere Lösung gehabt.» Und auch das Bild der Bellerivestrasse nach der Sanierung mit vier Fahrbahnen überzeugt ihn nicht vollends. «Wir können uns auch einen Spurabbau mit Tempo 30 vorstellen – mit mehr Freiraum für Velo und Bus.»

In die gleiche Richtung geht Matthew Katumba von der IG «Bellerivestrasse für Alle». Er ist überzeugt, dass eine Verkehrsberuhigung Sinn ergibt. «Die Bellerivestrasse ist ein Auffangbecken für Autos. Das muss sich ändern.» Er geht deshalb davon aus, dass innerhalb der 30-tägigen Frist einige Beschwerden gegen das Projekt eingereicht werden.