«Die Stadt will vollendete Tatsachen schaffen»

Bis September will die Stadt Zürich entscheiden, welches Projekt für künftige Literaturausstellungen in der Bärengasse unterstützt werden soll. Beim Komitee, welches immer noch für das Literaturmuseum Strauhof kämpft, sorgt der Zeitplan der Stadt für Unmut.

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Bildlegende: Das Projekt Bärengasse: Wie es weitergeht, entscheidet die Stadt im September. Wikipedia, Rudolf zh

Nach der Umwandlung des Literaturmuseums Straufhof in ein «literarisches Labor für Jugendliche» will die Stadt Literaturausstellungen im Museum Bärengasse ermöglichen.

Die Stadt wird eine rund 150 Quadratmeter grosse Ausstellungsfläche in der Bärengasse unentgeltlich zur Verfügung stellen. Interessierte Institutionen und Personen werden Mitte April zu einem Informationsaustausch eingeladen. Sie können dann bis Anfang Juni ein Grobkonzept und bis Ende August ein Detailkonzept für Literaturausstellungen in der Bärengasse einreichen. Mitte September trifft die Stadt einen endgültigen Entscheid.

Happige Vorwürfe des Strauhof-Komitees

Der genaue Zeitplan überrascht Urs Kummer vom Strauhof-Komitee. Man habe bereits vor einiger Zeit eine Petition eingereicht, welche fordert, dass das Literaturmuseum im Strauhof bleibt und stattdessen das geplante Jugendlabor in der Bärengasse untergebracht wird. Dazu habe die Stadt keine Stellung genommen. «Ich denke, dass von Seiten der Stadt versucht wird, vollendete Tatsachen zu schaffen», kritisiert Kummer. Die Argumente des Strauhof-Komitees sollen so begraben werden.

Der Kulturchef der Stadt, Peter Haerle, weist die Vorwürfe zurück: «Das stimmt nicht, wir nehmen die Kritik und die Anliegen der Petition ernst.» Es sei jetzt aber wichtig zu zeigen, dass es ihnen ernst sei mit einer Alternative und dass es weiterhin Literaturausstellungen in Zürich geben solle.

Stellungnahme der Stadt steht noch aus

Zu den Forderungen des Strauhof-Komitees wolle die Stadt in den nächsten Wochen Stellung nehmen, liess das städtische Präsidialdepartement ausrichten.

Als die Stadt im letzten Herbst bekanntgab, dass das Literaturmuseum Strauhof in einen kreativen Raum für breit angelegte Schulprojekte umgewandelt wird, wurde eine Petition gegen die Schliessung des Strauhofs und für den Erhalt der «einzigartigen Institution» lanciert, die von 2200 Personen unterzeichnet wurde.

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