Die «Zahnputzfee» hat in Maur ausgedient

In der Schule Maur gibt es ab dem neuen Schuljahr kein kollektives Zähneputzen mehr. Die Karies-Prophylaxe übernehmen neu die Lehrerinnen und Lehrer und die Eltern. In der Zürcher Gesundheitsdirektion beobachtet man das Experiment mit einer gewissen Skepsis.

Ein übergrosses Zahnmodell und eine übergrosse Zahnbürste in den Händen einer «Zahnputzfee» Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Ausgedient: In Maur gibt die «Zahnputzfee» ihr Zahnmodell neu in die Hände der Lehrerinnen und Lehrer. Keystone

Die beiden «Zahnputzfeen» hatten in Maur genug: Sie hatten auf Ende des Schuljahrs 2012/13 gekündigt. Die Schule Maur nahm das zum Anlass, um grundsätzlich über die Karies-Prophylaxe nachzudenken. Sie erprobt nun ein neues Modell.

Theorie in der Schule - Praxis daheim

Wie man die Zähne gesund hält und richtig putzt, das lernen die Kinder künftig theoretisch von den Lehrerinnen und Lehrern. Den praktischen Teil sollen die Eltern übernehmen. Sie bekommen von der Schule einen Brief mit einem Merkblatt und eine Tube mit Fluor-Gelee «mit der Bitte die Zahnputztechnik mit ihren Kindern zu üben», heisst es im Mitteilungsblatt der Gemeinde Maur.

Unter Beobachtung des Kantons

Die neue Art der Karies-Prophylaxe ist mit der Beratungsstelle für Schulzahnpflege des Kantons Zürich abgesprochen. Kantonszahnärztin Teresa Leisebach bedauert den Schritt von Maur dennoch. Es sei schade, dass Maur eine so günstige und nachweislich wirksame Methode der Vorbeugung abschaffe, sagte sie gegenüber dem «Regionaljournal Zürich-Schaffhausen».

Maur ist die erste Gemeinde im Kanton Zürich, die auf die Dienste der «Zahnputzfee» verzichtet. Das Beispiel könnte aber Schule machen. Der Kanton wird das Experiment in Maur deshalb beobachten und begleiten. «Wie es sich bewährt, wird erst in einigen Jahren erkennbar sein», meint die Kantonszahnärztin.