Die Zürcher Reformierten setzten auf Palliative Care

Für das reformierte Kirchenparlament ist klar: Die Seelsorger sollen besser geschult werden im Umgang mit todkranken Menschen. An der Uni Zürich möchten sie zusammen mit der katholischen Kirche deshalb einen speziellen Lehrstuhl einrichten - für Theologen und Mediziner.

Alter Mann liegt in Spitalbett, Pflegerin hält seine Hand Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Begleitung von Menschen kurz vor dem Tod ist Aufgabe der Kirche, findet das reformierte Kirchenparlament. Keystone

Die reformierte Kirche des Kantons Zürich will sich mehr für Palliative Care engagieren – für die Betreuung von Menschen, die im Sterben liegen. Das Kirchenparlament möchte an der Universität Zürich deshalb einen neuen Lehrstuhl für «Spiritual Care» einrichten. Die Seelsorge und Begleitung von Menschen kurz vor dem Tod sei schon immer die Aufgabe der Kirche gewesen, argumentierten die Kirchenparlamentarier.

Palliative Care – also die Massnahmen, die das Leiden eines unheilbar kranken Menschen lindern und ihm so eine bestmögliche Lebensqualität bis zum Ende verschaffen – könne eine Alternative zur Sterbehilfe sein.

Initiantin Rita Famos ist heute Leiterin Seelsorge der reformierten Kirche des Kantons Zürich. Vor allem in den Gemeinden, bei den Menschen zuhause, könnten die Pfarrerinnen und Pfarrer Spitex und andere Betreuuer in Sachen Palliative Care noch mehr unterstützen, hofft sie.

Mit 17 Massnahmen möchte die reformierte Kirche Palliative Care zu einem Schwerpunkt machen. Ihre Seelsorger sollen unter anderem besser geschult werden, zum Beispiel mit obligatorischen Weiterbildungskursen für Pfarrerinnen und Pfarrer zum Thema Palliative Care. Ein wichtiges Standbein soll aber auch ein neuer Lehrstuhl an der Universität Zürich sein. Dieser würde sich ganz auf die Seelsorge bei Palliative Care konzentrieren und wäre für Medizin- und Theologiestudenten gedacht.