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Doppelstöckige Autobahn Keine Begeisterung im Zürcher Limmattal

Eine Autobahn in Mexiko.
Legende: Im Jahr 2017 gab es 27'000 Staustunden in der Schweiz. Das Astra will dagegen steuern. Keystone

Um Staus zu bekämpfen, möchte der Chef des Bundesamtes für Strassen (Astra) verschiedene Möglichkeiten prüfen, wie er im Interview mit der «NZZ am Sonntag» erklärt. Die spektakulärste: eine doppelstöckige Autobahn durch das Zürcher Limmattal. Weil dort die A1 wegen eines Moorgebiets nicht in die Breite ausgebaut werden kann, müsse man allenfalls in die Höhe gehen.

Der Kanton Zürich äussert sich diplomatisch zu diesen noch sehr vagen Ideen. Zürich sei innovativen Ideen nie abgeneigt, sagt Jérôme Weber, Sprecher der Volkswirtschaftsdirektion: «Wir sagen nicht von Anfang an nein dazu, aber im Detail können wir uns erst äussern, wenn ein Projekt konkret vorliegt.»

Das ist eine sehr gute, innovative Idee.
Autor: Roger BachmannStadtpräsident Dietikon

Im Limmattal selbst hält sich die Begeisterung für diese Ideen aus Bern in Grenzen. In Dietikon, der grössten Stadt im Limmattal, spricht Stadtpräsident Roger Bachmann (SVP) von einer sehr guten, kreativen Idee: «Ich verstehe das Astra, dass man mit allen Möglichkeiten versucht, die täglichen Staus zu beheben.» Nur müsse der Ausbau dann auch auf die lokalen Strassen abgestimmt sein. Mehr Verkehr in Dietikon dürfe es nicht geben.

Eine doppelstöckige Autobahn kann ich mir nicht vorstellen.
Autor: Rahel von PlantaGemeindepräsidentin Oetwil a.d.L.

Ähnlich tönt es auf der anderen Seite der Limmat, in Oetwil a.d.L. Gemeindepräsidentin Rahel von Planta (FDP) will die Pläne nicht verteufeln, sagt aber: «Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie eine doppelstöckige Autobahn aussehen könnte.» Sie werde sich dafür einsetzen, dass die Limmattaler Bevölkerung nicht noch mehr Verkehr ertragen müsse.

Damit ist sie nicht alleine. Auch Umweltverbände wie der Verkehrsclub schütteln den Kopf. Gabi Petri, die Geschäftsführerin des VCS Zürich sagt, ihr Verband bekämpfe überflüssigen Strassenverkehr immer. Diese Idee sei sogar besonders überflüssig: «Das braucht gar niemand, nach diesem Projekt fragt überhaupt niemand.»

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1 Kommentar

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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    Solche Projekte zeigen, wie befangen in den ewiggleichen Mustern und konzernalen Verstrickungen die vermeintlichen Fachleute sind. Phantsielos wollen sie das Projekt motorisierter Autoverkehr nach alter und gehabter und völlig ineffizienter Manier lösen. Wollen wir den Sprung in eine mögliche Zukunft schaffen, dann müssen wir das Auto als das Transportmittel hinter uns lassen und zur Eroberung des Nahraumes durch die Eigenbewegung finden mit verorteten Siedlungs-Arbeits-Transportkonzepten ...
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