Ein Hochhaus auf dem ehemaligen Sulzer-Areal?

Am 8. März entscheiden die Winterthurerinnen und Winterthurer, ob auf dem ehemaligen Sulzer-Areal ein Hochhaus gebaut werden soll. Geplant sind einerseits Wohnungen, andererseits soll die ZHAW dort einziehen. Alle Parteien befürworten das Projekt, Anwohner haben jedoch das Referendum ergriffen.

Blick über das Werk 1 Richtung Heiligberg. Links das Baufeld 3, das für Wohnungen vorgesehen ist. Rechts das ehemalige Eisenmagazin (heutige Fabrikkirche). Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Ehemaliges Sulzer-Areal in Winterthur: Hier soll ein 80 bis 100 Meter hohes Hochhaus gebaut werden. zvg

Der Gestaltungplan zum «Werk 1» sei seriös abgeklärt worden, sagt SP-Gemeinderat Felix Landolt, der zugleich auch die Baukommission des Stadtparlaments präsidiert: «Es wurde nicht etwas aus dem Hut gezaubert. Um die Lösung wurde sechs Jahre lang gerungen.» Mit dem vorliegenden Kompromiss sind alle Parteien einverstanden.

Kritik am Hochhaus

Nicht einverstanden ist dagegen ein Teil der Anwohner: Sie monieren einerseits, die Stadt verschenke Geld an die Implenia, weil sie den Mehrwert, der durch die Aufzonung von einer Industrie- zu einer Zentrumszone entsteht, nicht abschöpfe.

Andererseits stören sie sich an dem geplanten Hochhaus: «Es ist ein reines Prestige-Objekt, das überhaupt nicht ins Stadtbild passt», sagt Hans Sigg, Präsident des Referendumsvereins.

Nutzen für die Öffentlichkeit

Felix Landolt widerspricht: Ohne ein Hochhaus müsste man eine grössere Fläche verbauen und mehr alte Industriehallen abreissen. Der Gestaltungsplan folge dem bewährten Konzept für die Überbauung des gesamten Sulzer-Areals; nämlich die Mischung aus Denkmalschutz und Neubauten wie dem Hochhaus.So könne der Charakter des Industrieareals erhalten werden.

Und Felix Landolt lässt auch das finanzielle Argument nicht gelten: «Mit der Landübertragung muss die Implenia der Stadt sechs Millionen Franken für den Unterhalt bezahlen.» Ausserdem entstehe ein grosser Platz, den die Öffentlichkeit nutzen könne.