Ein Mann, der Herausforderungen sucht

Er hat den wohl undankbarsten Job in Schaffhausen: Markus Franz ist neuer Betriebsleiter der hochdefizitären Kehrichtbehandlungsanlage KBA Hard. Der 46-jährige Chemie-Ingenieur aus Deutschland sieht zwar grosse Baustellen, fühlt sich aber nicht als Chef eines Himmelfahrtskommandos.

Die Kehrichtbehandlungsanlage KBA Hard steht in Schaffhausen für ein Debakel sondergleichen: Zu teuer modernisiert, funktioniert die Anlage nicht so wie sie sollte und verursacht dadurch ein monatliches Defizit von derzeit nach wie vor über 100'000 Franken. Nun hat der deutsche Chemie-Ingenieur Markus Franz am 1. August das Zepter bei der KBA Hard übernommen.

Der 46-Jährige, der sich «gerne hohe Ziele setzt», sieht durchaus Möglichkeiten, um mit seiner Erfahrung «zu einer Verbesserung der Situation beizutragen», wie er im Interview mit dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen» sagt. Markus Franz wirkte unter anderem bei der Altlastensanierung bei der Sondermülldeponie Kölliken mit und kennt sich als Projektleiter in der Planung und beim Bau von Abfallverbrennungsanlagen aus.

Neben Juristen und Politikern beschäftigen sich viele Experten mit der KBA Hard. Seine Aufgabe als Betriebsleiter sieht Markus Franz primär darin, die verschiedenen Idee zu sortieren und weiter zu entwickeln. Daneben brauche es Sofortmassnahmen, um zumindest die funktionstüchtigen Teile der Vergärungsanlage rentabel zu betreiben. «Der grosse Wurf dürfte aber vier, fünf Jahre Zeit für eine Realisierung brauchen», sagt Franz. Erste Kostenschätzungen gehen von weiteren fünf bis zehn Millionen Franken aus, die in die Anlage gesteckt werden müssen.