Ein stillgelegtes Hotel als Tor in die Vergangenheit

Das längst geschlossene Hotel «Tanne» mitten in der Schaffhauser Altstadt wird im Juli zur begehbaren Theaterbühne. Das Schaffhauser Sommertheater belebt das legendäre Haus für 15 Vorstellungen, wobei das Publikum eine fiktive Familiengeschichte in den Jahren 1944 und 1969 erlebt.

Die Better sind immer noch bezogen und das alte Geschirr stapelt sich in der Küche. Doch das Hotel «Tanne» beherbergt seit Jahrzehnten keine Gäste mehr. Die letzte Wirtin und Besitzerin ist im Altersheim und hat das Hotel der Stadt Schaffhausen vermacht. Dort überlegt man sich im Moment, was man mit der «Tanne», die mehrheitlich im Originalzustand der Vorkriegszeit erhalten ist, anstellen könnte.

So eignet sich das Haus natürlich bestens für die temporäre Wiederbelebung durch das Schaffhauser Sommertheater: 19 Laiendarstellerinnen und -darsteller präsentieren an verschiedenen Schauplätzen des Hauses eine fiktive Familiengeschichte, die in der Zeit des Zweiten Weltkrieges beginnt. Das Publikum wird dabei in Gruppen durch das Hotel geführt, landet in der Gaststube, in einzelnen Zimmern, dem Fasskeller und anderen Orten des Hotels.

Derzeit laufen die Proben für die Vorstellungen. Premiere ist am 15. Juli. Dabei stellen sich den Schauspielern zwei grosse Herausforderungen: Zum einen ist es ungewohnt, nicht auf einer Bühne sondern quasi mitten im Publikum zu spielen. Und zum anderen müssen die Darsteller sehr schnell von einem Schauplatz zum anderen wechseln. Dabei muss das Timing exakt stimmen, da zeitweise vier Publikumsgruppen gleichzeitig im Hotel unterwegs sind und sich nicht begegnen dürfen.