Ein Theatermarathon zur Flüchtlingskrise

Flüchtlinge - ein grosses, ein schweres Thema. Elfriede Jelinek hat es in ihrem Stück «Die Schutzbefohlenen» verarbeitet. Bei der Uraufführung in Wien stürmten Rechtsradikale die Bühne. Nun zeigen gleich sechs Theater in Zürich das Stück der Nobelpreisträgerin. Ein Theatermarathon von acht Stunden.

Regisseur Daniel Kuschewski in Diskussion mit Leuten seines Theaterprojekts. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Regisseur Daniel Kuschewski (r.) bei der Entwicklung von «Hoffen auf ein Leben im Irgendwo». ZVG (Raphael Hadad)

Die Flüchtlingskrise: Wie gehen wir damit um, wie können wir helfen - müssen wir helfen? Um diese Fragen dreht sich Elfriede Jelineks Stück «Die Schutzbefohlenen». Heftige Themen, die man in einem einzelnen Theaterstück schlecht aushält, glaubt Karolin Trachte, Dramaturgin am Schauspielhaus Zürich. Deshalb wird das Stück in Zürich aufgeteilt. Jedes der sechs Theater habe sein eigenes Konzept. «So können wir uns mit dem Thema als Ganzem beschäftigen - aus unterschiedlichen Perspektiven.» Und dazwischen hätten die Zuschauerinnen und Zuschauer immer wieder Zeit für die Diskussion, weil sie vom einen Theater ins andere wechseln müssen.

Acht Stunden Theater, das bewegen soll

Das Junge Schauspiehaus beschäftigt sich etwa mit Kindern und Jugendlichen auf der Flucht. Und stellt die Frage, wie sie ihr Potential in der Gesellschaft einbringen können. Dazu kommen zum Beispiel Konzerte oder Poetry Slams in der Roten Fabrik. Wer den ganzen Marathon mitmacht, sitzt bis zu acht Stunden im Theater.

Kunst könne etwas bewegen in der Gesellschaft, ist Dramaturgin Karolin Trachte überzeugt. Etwa Gespräche und Reflektionen anregen. Wenn sie daran nicht glauben würde, würde sie keine Kunst mehr machen.

(fren; Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 17:30 Uhr)