Eine 125 jährige Oase mitten in der Stadt Zürich

Die Frauenbadi war ursprünglich dazu gedacht, den Frauen der Stadt Zürich eine Gelegenheit zum Waschen zu geben. Heute ist sie vor allem zum Baden da - und niemand denkt daran, den Badebetrieb auch für Männer zu öffnen.

Die Frauenbadi am Stadthausquai. Man sieht das aussenbecken und die weissen Holzwände, die die Badi umgeben. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Frauenbadi am Stadthausquai. SRF

Lange durften die Frauen Zürichs nicht öffentlich baden: Erst ab 1837 wurde das öffentliche Badeverbot für Frauen aufgehoben und am Stadthausquai eine Möglichkeit geschaffen, wo sie sich bequem waschen konnten. In vielen Häusern gab es damals nämlich noch kein fliessendes Wasser.

1888 wurde das Frauenbad umgebaut, so, wie es heute aussieht, mit weissen Holzwänden und vier Türmchen. Am Anfang des 20. Jahrhunderts erhielten Frauen dort Schwimmunterricht und noch heute existiert ein Nichtschwimmerbecken. Ein zusätzliches Aussenbecken ist für Schwimmerinnen vorbehalten.

Tagsüber nur für Frauen

Die Frauenbadi auch tagsüber für Männer zu öffnen, steht derzeit nicht zur Debatte: Stammgäste und die Leiterin des Bades selber, Natalie Schneider, sehen keinen Bedarf dafür. Männer werden aber am Abend, nach dem regulären Badebetrieb, hineingelassen. Dann ist die Barfussbar für alle Geschlechter geöffnet.

Die Frauenbadi am Stadthausquai ist heute ein Denkmal von nationaler Bedeutung und gilt als Schweizer Kulturerbe. Ein Grund dafür ist die Jugendstil-Architektur der Anlage, die typisch ist für die Architektur des ausgehenden 19. Jahrhunderts.

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"Aus hygienischen Gründen": 125 Jahre Frauenbadi in Zürich

6:40 min, aus Schweiz aktuell vom 10.5.2013