Eine Kita in Wädenswil will Eltern behinderter Kinder entlasten

Betreuungsangebote für Kleinkinder mit einer Behinderung sind im Kanton Zürich Mangelware. Einzelne Krippen nehmen zwar behinderte Kinder in normalen Gruppen auf. Aber nicht immer ist dies möglich. Hier möchte eine neue Tagesstätte in die Lücke springen.

Drei Kleinkinder bauen eine Legomauer und spielen in einer Tagesstätte zusammen Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Kleinkinder in einer Tagesstätte - Symbolbild. Keystone

Die neue Kindertagesstätte «Alpeglöggli» in Wädenswil unterscheidet sich äusserlich kaum von einer üblichen Kinderkrippe. Aber eine von zwei Gruppen ist für Kinder mit einer Behinderung reserviert. Initiantin und Geschäftsführerin Sarah Bösch stellte nämlich fest, dass es so gut wie keine Krippenplätze gibt für Kinder, die eine intensive Betreuung und Pflege brauchen.

«Es ist enorm, was Eltern behinderter Kinder 24 Stunden am Tag leisten. Ich wollte deshalb ein Angebot schaffen, das diese Eltern entlastet, denn davon profitieren auch die Kinder.» So begründet die gelernte Fachfrau in Behindertenbetreuung ihre Motivation, eine eigene Tagesstätte aufzubauen. Das Alpeglöggli in der Nähe des Bahnhofs von Wädenswil möchte bis zu sieben Kleinkinder mit einer Behinderung aufnehmen. Eine zweite Gruppe unter dem gleichen Dach gibt es für sogenannt normale Kinder.

Intensivere Betreuung, die kostet

Eltern behinderter Kinder können ihre Kleinen bereits ab einem Alter von sechs Monaten in die Obhut der Betreuerinnen geben. Diese müssen die nötige Ausbildung in der Pflege und Behindertenbetreuung mitbringen, um im Alpeglöggli arbeiten zu können. Mehr Personal bedeutet auch höhere Kosten. Sarah Bösch gibt denn auch zu, dass ein Krippentag in ihrer privaten Tagesstätte preislich im oberen Segment liegt. Der Trägerverein des Alpeglöggli ist aber daran, einen Fonds zu äufnen, damit auch Eltern vom neuen Angebot profitieren können, die nicht über die nötigen finanziellen Mittel verfügen.

Ein ähnliches Angebot für handicapierte Kinder gibt es im Kinderhaus Imago in Dübendorf. Es verfolgt aber einen integrativen Ansatz und nimmt Kinder erst ab einem Altern von zwei Jahren auf.