Eine neue Heimat für den ZSC

Der Eishockey-Club kann in Zürich-Altstetten ein neues Stadion bauen. Die Stadtzürcher haben dem Anliegen der Löwen mit 56,6 Prozent zugestimmt. Verläuft alles nach Plan, spielt der ZSC im Jahr 2022 das erste Spiel im «Theatre of Dreams».

Ein Hockeystadion mit der Eisfläche in der Mitte, rundherum Fans. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das neue Zuhause des Stadtzürcher Hockeyclubs entsteht in den nächsten Jahren in Altstetten. Keystone

Alle Stadtkreise befürworteten die neue Eishockey-Arena mit dem Namen «Theatre of Dreams». Was dieses Ja bedeutet:

  • Der ZSC erhält ein Baurecht für das 28'000 Quadratmeter grosse Grundstück auf dem Vulkanareal.
  • In Altstetten entsteht eine Haupthalle mit 11'600 Plätzen, eine Trainingshalle sowie Restaurants und Büroflächen.
  • Die Stadt gibt dem Club ein zu verzinsendes Darlehen von 120 Millionen Franken. Dieses muss der ZSC innerhalb von 65 Jahren zurückzahlen.
  • Die nächsten 30 Jahren bezahlt die Stadt pro Jahr einen Betriebsbeitrag von zwei Millionen Franken
  • Das Grundstück, auf dem die Ersatz-Schrebergärten entstehen, wird für 2,8 Millionen Franken saniert.

Die Freude beim Eishockeyclub ist gross. Der ZSC-Chef Peter Zahner sieht das Vertrauen in den Club bestätigt: «Es ist ein sehr erfreuliches Resultat. Wir wurden belohnt für unsere Arbeit; im Nachwuchsbereich, aber natürlich auch im Spitzensport.»

Ausschlaggebend für das klare Resultat war laut Zahner, dass der Bau die Steuerzahler nichts koste. Der ZSC habe in den letzten sieben Jahren viel in das Projekt investiert, so Zahner weiter. Rund vier Millionen habe der Club bisher ins Stadion-Projekt gesteckt. Ein Risiko, dass der ZSC getragen habe.

Folgen nun die Einsprachen?

Nun will der Hockeyclub vorwärtsmachen. Bereits am Montag startet die neue Planung, so Peter Zahner: «Auf 8.30 Uhr ist die erste Sitzung angesetzt. Dann machen wir uns an den Gestaltungsplan.» Diesen arbeitet der ZSC gemeinsam mit der Stadt aus.

Im Jahr 2017 soll sich dann das Stadtparlament mit der Zuweisung des Areals in die Bauzone befassen. Ein Jahr später erfolgt das Baubewilligungsverfahren und Baustart soll dann im Jahr 2019 sein. Läuft alles nach Plan und gibt es keine Einsprachen, wird das neue Stadion im Jahr 2022 in Betrieb genommen.

Die Schrebergärten, die heute auf dem Vulkan-Areal stehen, werden verschwinden. Dies bedauert der Grüne Gemeinderat Markus Kunz. Dennoch sagt er: «57 Prozent sind kein berauschendes Ergebnis, wenn man bedenkt, dass nur die Grünen und die AL gegen das Projekt gekämpft haben.» Mit vielen Einsprachen gegen den Gestaltungsplan rechnet er jedoch nicht: «Wenn es ein vernünftiges Projekt bleibt, kann ich mir nicht vorstellen, dass gross opponiert wird.»

Freude hat ein anderer Grüner, der zuständige Stadtrat Daniel Leupi: «Ich habe ein klares Ja erwartet. Aber es ist erfreulich, dass sämtliche Kreise dafür stimmten. Auch Oerlikon, welches den ZSC verliert und Altstetten, das neue Zuhause des Clubs.»

Ausserdem zeige das Abstimmungsresultat, dass es in Zürich allen Unkenrufen zum Trotz möglich sei, Grossprojekte umzusetzen - auch Sportstadien.