Eine Velo-Autobahn und Seilbahnen für Zürich

Das Zürcher Stadtparlament hat bereits am zweiten Tag seiner Richtplan-Debatte wichtige Pflöcke eingeschlagen. Dazu gehören Schnellrouten für Velofahrerinnen und Velofahrer, es sollen Seilbahnen geprüft werden und die wachsenden Siedlungsgebiete sind bestimmt.

Ein Lichtsignal, das für Velos auf grün steht. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Mehr freie Fahrt für Velos. Das wünscht sich das Zürcher Stadtparlament und verankert dies im Richtplan. Keystone

Der Zürcher Gemeinderat hat die Weichen für die Zukunft der Stadt schon fast fertig gestellt. Nach dem zweiten Tag seiner Monsterdebatte über den Richtplan hat er die wichtigen Themen bereits besprochen: Die Siedlungsgebiete liegen im Norden, im Süden und im Westen der Stadt. Und um das zusätzliche Verkehrsaufkommen zu regeln, soll vor allem der öffentliche Verkehr gefördert werden. Ausserdem sollen auch Seilbahnen über der Stadt geprüft werden.

Effiziente und sachliche Debatte

Der Zürcher Gemeinderat hat die wichtigsten und heikelsten Themen, Verdichtung und Verkehr, bereits nach zwei Tagen fertig beraten. Das hat auch den Kommissionspräsidenten und FDP Gemeinderat Michael Baumer positiv überrascht. Das Parlament habe sich in keine ideologische Auseinandersetzungen verbissen, sondern sei immer sachlich geblieben. Der Zürcher Gemeinderat konnte den dritten Debattentag am Samstag deshalb streichen.

Velorouten wie in Kopenhagen

Mit dem Velo schneller durch Zürich fahren – Velo-Schnellrouten sollen es richten. Das Zürcher Stadtparlament hat vier Versuchsstrecken in den Richtplan geschrieben. Diese Schnellrouten sind fünf Meter breite Velowege, auf denen das Zweirad immer Vortritt hat und auf denen es keine Kreuzungen gibt. Eine Minderheit war der Meinung, das Bundesamt für Verkehr plane ohnehin einen Versuch, und dieser sei doch abzuwarten, bevor man Veloschnellstrassen im Richtplan verankere.

Die linken Parteien konnten sich auch bei den sogenannten Komfortrouten durchsetzen. Diese sind für weniger geübte Velofahrerinnen und Velofahrer gedacht und bleiben nun im Richtplan. Sie sollen sogar noch etwas breiter werden. Von bürgerlicher Seite kam heftige Kritik. Von «Velo-Fetischismus» war die Rede. Und davon, dass eine derartig einseitige Veloförderung auch dem öffentlichen Verkehr schade.

Velovignette chancenlos

Die Bürgerlichen selber wollten gewisse Veloprojekte aus dem Richtplan streichen. So wollten sie zum Beispiel verhindern, dass die Stadt einen Veloverleih aufbaut und betreibt. Und die SVP forderte angesichts der vielen Ausgaben für den Veloverkehr eine Velovignette. Beide Anliegen hatten aber keine Chance.