Schaffhauser Schulkrise «Es gibt keinen Fall Schulhaus Alpenblick»

Eine muslimische Familie, die sich öfters auf dem Areal des Schulhauses Alpenblick in Schaffhausen aufhielt, weckte den Argwohn von Lehrerinnen und Lehrern. Nun gibt die Präsidentin des Stadtschulrates Entwarnung. Es bestehe keine Gefahr durch Radikalisierung oder Gewalt.

Marco Schwaninger, Schulvorsteher des Schulhauses Alpenblick und Katrin Huber, Präsidentin des Schaffhauser Stadtschulrates Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Marco Schwaninger, Schulvorsteher des Schulhauses Alpenblick, und Katrin Huber, Präsidentin des Stadtschulrates. SRF

Das Schulhaus Alpenblick gerät nicht zum ersten Mal in die Schlagzeilen. Angebliche Probleme mit Schülern mit muslimischem Hintergrund waren schon mehrmals Thema in lokalen Medien und auf sozialen Plattformen. Zusätzlich kamen Vermutungen auf, dass bei einer muslimischen Familie eine Radikalisierung stattgefunden haben soll.

Katrin Huber, Präsidentin des Schaffhauser Stadtschulhauses nimmt Stellung. (Auszug aus dem Interview).

SRF: Was ist dran an dem Fall Alpenblick?

Katrin Huber: Es gibt keinen «Fall». Die Wahrnehmungen von Lehrerinnen und Lehrern bezüglich einer muslimischen Familie wurden mit der zuständigen Schulrätin besprochen. Der Schulrat hat sich damit auseinandergesetzt und sich von Fachleuten beraten lassen. Man muss klar sagen: Die Familie verhält sich anständig, respektvoll und ganz normal. Sie haben einfach eine andere Kultur. Damit müssen wir uns im Alltag auseinandersetzen.

Aber es gab die Vermutung einer Radikalisierung. Auch die Polizei wurde eingeschaltet.

Katrin Huber: Wir haben bei der Polizei mit Experten gesprochen, die sich mit Radikalisierungsfragen auskennen. Sie haben auch mit dem Team des «Alpenblick» über das Verhalten der Familie gesprochen.

Wie ist die Situation jetzt?

Die Situation ist nach wie vor so, dass sich die Familie sehr respektvoll verhält, auch die Kinder sind absolut normal. Es ist eine Familie wie jede andere.

Sie sagen, es ist überhaupt nichts dran, trotzdem reagieren Sie jetzt mit einer Medienkonferenz – aber erst auf Druck. Weshalb sind Sie nicht offensiver damit umgegangen?

Im Nachhinein ist man immer gescheiter. Vielleicht hätten wir gleich nach den Herbstferien einen Punkt setzen sollen und sagen, dass nichts ist. Ich bin halt der Meinung, Schule findet in der Schule statt. Ich trage nicht gerne alles in die Öffentlichkeit. Wir haben das Signal des Teams aber ernst genommen und stehen jetzt hin.

Das Gespräch führte Roger Steinemann.