«Es war grauenvoll - und schön»

Ein Stück Zürcher Geschichte und Geschichte über die Schwulenszene der Schweiz kommt ins Kino. «Der Kreis» zeigt die Probleme eines Schwulenpaars in den 50er-Jahren. Und er erzählt die wahre Geschichte von Ernst Ostertag und Röbi Rapp - die heute noch ein Paar sind.

Schwulenparty in den Fünfzigern: Filmszene aus «Der Kreis». Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Schwulenparty in den Fünfzigern: Filmszene aus «Der Kreis». ZVG

«Der Kreis» war in den 50er Jahren ein Heft für Schwule mit vielen Informationen und gewagten Fotos. «Der Kreis» war aber auch ein ganzes Netzwerk, welches Bälle im Neumarkt Theater in Zürich organisierte.

An einem solchen Ball trafen sich der Lehrer Ernst Ostertag und der Coiffeur Röbi Rapp. Liebe unter Schwulen war damals für viele suspekt. Und für manche Schwule - wie den Lehrer Ernst Ostertag - eine nicht ganz ungefährliche Sache.

Noch immer ein Paar

Regisseur Stefan Haupt zeichnet diese Schwulenliebe und die damit verbundenen Probleme in seinem Spielfilm «Der Kreis» genau nach. Dabei verwebt er Dokumentar- und Spielfilm zu einem stimmigen Ganzen.

Ernst Ostertag und Röbi Rapp leben noch heute zusammen. 2003 waren sie das erste Paar, das sich in Zürich in einer «Homoehe» trauen liess. Der Film über ihre Vergangenheit ging ihnen nahe. «Der Film ist grauenvoll - und schön», meinte Ostertag, nachdem er ihn erstmals gesehen hatte.

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«Der Kreis»: eine Geschichte der homosexuellen Emanzipation

4:38 min, aus Kulturplatz vom 7.5.2014