Mehr Klimaschutz ETH-Mitarbeiter fliegen im Jahr 5100 Mal um die Welt

Die ETH Zürich ist im Dilemma: Auf der einen Seite gehört sie in Klima-Fragen zu den führenden Hochschulen der Welt, auf der anderen Seite belasten ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Umwelt mit tausenden Flug-Kilometern. Die ETH Zürich prüft deshalb nun Massnahmen für eine bessere CO2-Bilanz.

Ein Flugzeug landet auf einer beleuchteten Piste. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Weniger Flugreisen, mehr Telefon-Konferenzen: Die ETH Zürich will ihre CO2-Bilanz in Zukunft verbessern. Keystone

Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter der ETH Zürich legt pro Jahr rund 5000 Flug-Kilometer zurück. Das zeigen Zahlen, welche die Hochschule zum ersten Mal veröffentlicht hat. Oder anders gesagt: Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter fliegt von der reinen Distanz her einmal pro Jahr von Zürich nach Zypern und zurück. Wie Ulrich Weidmann, Vizepräsident «Personal und Ressourcen» an der ETH Zürich, erklärt, seien Flugreisen für gewisse Bereiche der Hochschule essentiell. «Es gibt Fachrichtungen wie die Informatik, in welchen der persönliche Kontakt wichtig ist. Man misst sich an Konferenzen – und nicht mittels Publikationen.»

5100 Mal pro Jahr um die Welt

Die ETH Zürich fliegt an Konferenzen, um akademischen Austausch zu betreiben – vor allem mit Universitäten in den USA und im asiatischen Raum. Hochgerechnet reisen die 13'000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Zürcher Hochschule für diesen Austausch über 5100 Mal pro Jahr um die ganze Welt. Ob dies angemessen sei oder nicht, wolle die ETH nun intern diskutieren, so Weidmann. «Wir wollen die Zahl der Flugreisen und so den CO2-Ausstoss pro Mitarbeiter senken. Um wie viel, steht noch nicht fest.»

Flugreisen vs. Telefon-Konferenz

Der CO2-Ausstoss der ETH Zürich sei zwar in den letzten Jahren pro Kopf gleich geblieben, so Weidmann weiter. Weil die Hochschule aber gewachsen sei, habe sich die Klima-Bilanz eher verschlechtert als verbessert. Und gerade für eine Hochschule wie die ETH Zürich, die in Klimafragen eine führende Rolle einnehme, sei das unangenehm. «Wir wollen deshalb erreichen, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Zukunft vermehrt über das Internet an Konferenzen teilnehmen», sagt Weidmann. «Video- und Telefon-Konferenzen sind eine Möglichkeit, die CO2-Bilanz zu senken.»

Den Entscheid, ob auf eine Flugreise verzichtet wird oder nicht, wolle man aber auch in Zukunft den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der ETH Zürich überlassen. Gemäss Weidmann wissen diese am besten, ob für ein gewisses Projekt der persönliche Austausch zwingend notwendig sei oder ob eine Telefon-Konferenz ausreichen würde.