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Zürcher Obergericht behandelt Fall von «Stealthing»
Aus HeuteMorgen vom 28.11.2019.
abspielen. Laufzeit 01:25 Minuten.
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Fall vor Zürcher Obergericht Wenn der Mann heimlich das Kondom entfernt

Ein «Stealthing-Fall» beschäftigt heute das Zürcher Obergericht. Es ist einer der ersten dieser Art in der Schweiz.

Er war 20, sie war 19. Über die Dating-App Tinder hatten sich die beiden Studierenden kennengelernt, nach der ersten Verabredung landeten die beiden in der Wohnung der jungen Frau, wo es zu einvernehmlichem Sex kam.

Sie habe ausdrücklich darauf bestanden, dass er ein Kondom benütze, sagte die Frau im letzten Februar vor dem Bezirksgericht Bülach. Irgendwann aber habe sie gemerkt, dass sich der Mann nicht daran gehalten habe. Der Mann dagegen behauptete, die Frau selbst habe ihm im Verlauf des Akts das Kondom ausgezogen.

Das Gericht glaubte zwar der Frau, dennoch sprach es den Angeklagten frei. Der Mann habe sich zwar nicht an die ausgemachten Regeln zum Sex gehalten, in der Schweiz stehe so etwas aber nicht unter Strafe, so das Gericht. Eine Verurteilung wegen Schändung – wie die Staatsanwaltschaft gefordert hatte – sei nicht möglich, da der eigentliche Sex einvernehmlich gewesen sei. Heute Donnerstag wird er Fall auf Wunsch der Frau vor dem Zürcher Obergericht neu aufgerollt.

Ein geöffnetes Kondom
Legende: Kondom übergestreift, dann aber wieder entfernt – Schändung oder nicht? Keystone

Nicht der erste Fall in der Schweiz

Vor zwei Jahren musste sich bereits das Waadtländer Kantonsgericht mit einem Fall von «Stealthing» befassen – dem ersten bekannten Fall dieser Art in der Schweiz. Wie im Zürcher Fall ging es auch damals um einvernehmlichen Sex nach einem Tinder-Date. Allerdings kamen die Waadtländer Richter zu einem anderen Schluss als die erste Instanz in Zürich; sie verurteilten den Angeklagten wegen Schändung.

Das zeigt: Die Rechtsprechung ist sich noch nicht einig, wie sie mit dem heimlichen Entfernen des Kondoms umgehen soll.

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30 Kommentare

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  • Kommentar von Mark De Guingois  (MDG)
    Ich bin vielleicht sehr altmodisch, aber ich bin in einer Familie geboren, wo Treue in der Ehe selbstverständlich war. Meine Eltern sind ihr Leben lang zusammen geblieben ohne wenn und aber und jetzt 54 Jahren später immer noch. Ich lebe es selber so und geniesse das Leben ohne Angst den HIV zu bekommen oder irgend einen anderen Risiko zu nehmen. Wie wäre es wenn es auch mal wieder "in" wäre?
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  • Kommentar von René Lüthi  (Ron)
    Was hat der Kontrollgriff mit Empathie zu tun?
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  • Kommentar von Verena Eberhard  (Verena Eberhard)
    Ich frage mich wirklich wie ein Mann während des Geschlechtsverkehr das Kondom wegnehmen kann und was für Gründe hätte er dafür. Vom Gesetz hätte ich mehr Menschenverstand erwartet. Langsam glaube ich an die Verblödung der Gesellschaft.
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