Kalte Betten in Zürich Ferien-Appartements in der Innenstadt sorgen für Kritik

In der Stadt Zürich werden rund 2400 Appartements vermietet, viele davon an Geschäfts- oder Berufsleute aus dem Ausland. Etwa 1000 werden jedoch als Ferienwohnungen auf Plattformen wie Airbnb angeboten. Ein Phänomen, das Sorgen bereitet.

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Bildlegende: Kein Leben in der Zürcher Innenstadt? Die Diskussion über leere Wohnungen und Appartements ist einmal mehr lanciert. Keystone

Worum geht es? Von 2400 Apartments in der Stadt Zürich waren in 1000 Wohnungen per Ende November 2016 keine Personen gemeldet. Das heisst aber nicht, dass sie leer stehen: Statistik Stadt Zürich geht davon aus, dass viele als Ferienwohnungen vermietet sind; denn wer sich weniger als vier Monate in Zürich aufhält, muss sich nicht anmelden. Diese Vermietungen haben laut Statistik Zürich zugenommen. Nicht zuletzt durch das Aufkommen von Vermietungsplattformen wie Airbnb.

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Was gilt als Appartement?

Ein klassisches Appartement ist durchschnittlich 45 m2 gross, möbliert und wird befristet vermietet. In der Miete können verschiedene Dienstleistungen enthalten sein wie putzen oder waschen. Der typische Bewohner ist jung, arbeitet in Zürich in der IT-Branche und kommt aus Osteuropa oder Indien.

Die Streitpunkte: Für linke Parteien sind diese Vermietungen ein Ärgernis. Zwar betrifft der Anteil der Appartements nur gerade 1,1 Prozent aller Wohnungen in Zürich. Viele davon liegen jedoch in der Innenstadt. Werden sie an Touristen vermietet oder stehen sie leer, verödet die Innenstadt, heisst es zum Beispiel bei der Alternativen Liste. Ausserdem würden diese Wohnungen auf dem Wohnungsmarkt fehlen und die Mieten in die Höhe treiben. SP, Grüne, GLP und AL haben deshalb bereits im Dezember einen Vorstoss lanciert und den Stadtrat zum Handeln aufgefordert.

Was sagt der Stadtrat dazu? Die Situation werde genau beobachtet, sagt die Direktorin der Stadtentwicklung, Anna Schindler. Sie bereite ihnen jedoch noch keine Bauchschmerzen, dazu sei der Anteil der Wohnungen zu gering. Verschiedene Massnahmen würden jedoch diskutiert. Welche das sind, kann sie zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.