Festes Gastrecht für Frauenzunft am Sechseläuten

Die Gesellschaft zu Fraumünster darf in den nächsten acht Jahren am Zürcher Sechseläuten mitlaufen. Als ständiger Gast der Gesellschaft zu Constaffel wird sie also fester Bestandteil des Umzugs. Damit erhoffen sich die männlichen Zünfter eine Beruhigung um die Frauendiskussion.

Eine Frau in Zunftkleidung winkt in die Kamera. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Endlich mittendrin statt vorneweg: Die Gesellschaft zu Fraumünster beim Sechseläuten-Umzug. Keystone

Die Debatte um die Rolle der Frauenzunft war nach dem diesjährigen Umzug erneut entbrannt. Deshalb äussert sich Andreas Weidmann, Sprecher des Zürcher Sechseläutens, gegenüber Radio SRF erleichtert: «Diese Lösung ist auch vor dem Hintergrund entstanden, dass wir ein Klima der Ruhe schaffen wollten, damit diese Frage nicht hoch geschaukelt wird.»

Die am Donnerstagabend publizierte Abmachung zwischen der Zunft zu Constaffel und der Frauenzunft sei ein Kompromiss, mit dem beide Seiten leben könnten, so Andreas Weidmann weiter.

Konkret sieht das Abkommen vor, dass die Frauen zwar am offiziellen Umzug teilnehmen dürfen - und nicht wie bisher eine Stunde früher die Route abmarschieren. Dafür bleiben die Männer an den abendlichen Aktivitäten der Zünfte, den gegenseitigen Besuchen, weiterhin unter sich. Zudem verzichtet die Gesellschaft zu Fraumünster vorerst darauf, einen Antrag auf Aufnahme in den Verband der Zürcher Zünfte zu stellen.

Die Welt dreht sich - und wir bewegen uns mit ihr

Trotzdem ist auch Regula Zweifel, Präsidentin der Gesellschaft zu Fraumünster, zufrieden mit Gastrecht, das ihre Zunft für die nächsten acht Jahre erhält: «Es gibt uns die Möglichkeit, das Sechseläuten normal zu feiern, und den Dialog zu suchen mit den Zünften», so Regula Zweifel. Bisher musste die Frauenzunft eine Demonstrationsbewilligung einholen. Und: «Viele Leuten trauten sich nicht, zu uns zu kommen.» Mit dem neuen Abkommen normalisiere sich die Lage hoffentlich.

Wie es nach den acht Jahren weitergeht, werde man in einem gemeinsamen Gespräch anschauen, so Regula Zweifel. Doch sie sagt auch: «Die Welt bewegt sich - und wir bewegen uns mit der Welt.» Die Zeit spiele sicher für die Frauen, so Regula Zweifel.