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Frau führt Zürcher Katholiken «Wir müssen viel mehr zu den Leuten»

Franziska Driessen-Reding will frischen Wind in die katholische Kirche bringen – und hofft auf einen offeneren Bischof.

Legende: Audio Interview mit Franziska Driessen-Reding abspielen. Laufzeit 19:08 Minuten.
19:08 min, aus Regi ZH SH vom 08.07.2018.

Am vergangenen Montag hat Franziska Driessen-Reding ihre Arbeit als Synodalratspräsidentin aufgenommen. Sie leitet also die Exekutive der Katholikinnen und Katholiken im Kanton Zürich.

Die im April gewählte 48-jährige Mutter und gelernte Hauswirtschaftslehrerin ersetzt in diesem Amt Benno Schnüriger, der vorzeitig zurückgetreten ist. Welches ihre Ziele sind und was an einem Sonntag bei ihr alles auf dem Programm steht, erzählt Franziska Driessen-Reding als Wochengast.

SRF News: Wie sieht ein typischer Sonntag bei Ihnen als Synodalrätin aus?

Franziska Driessen-Reding: Meine Familie startet ganz normal mit dem gemeinsamen Frühstück. Dann ist der Ablauf wohl etwas spezieller. Während meiner sieben Jahre als Leiterin der Migrantenseelsorge ging ich gern in die Missionen, zum tamilischen Gottesdienst zum Beispiel oder zu den Vietnamesen. Nachmittags war ich dann jeweils wieder bei der Familie, so dass wir auch sonntags etwas voneinander hatten.

Heute Morgen, in meiner ersten Woche als Synodalratspräsidentin, war ich eingeladen zum ökumenischen Gottesdienst der Polizeiseelsorge in der Kirche St. Peter in Zürich.

Sie wollen sich unter anderem mit der Frage auseinandersetzen, wie die Kirche wieder präsenter werden kann, auch mehr Menschen anziehen könnte. Wie wollen Sie das erreichen?

Wir müssen kreativ sein, offen für Neues und näher zu den Menschen gehen. Damit haben wir zum Beispiel in der Jugendseelsorge begonnen, die sich mit konkreten Angeboten an die Pfarreien richtet. Und dann müssen wir auch unsere bestehenden Angebote bekannter machen. Die Caritas ist ein Begriff, die Spitalseelsorge auch. Aber wer weiss schon, dass wir auch eine Dienststelle für Arbeitslose haben oder eine für Lehrlingsfragen?

Die Zürcher Katholiken sind seit Jahren im Clinch mit dem Bistum Chur, mit den konservativen Ansichten von Bischof Vitus Huonder. Er wird bald ersetzt werden – und dann?

Wir hoffen natürlich sehr, dass wir einen offeneren Bischof bekommen, einer, der da ist. Das Wichtigste ist für mich, dass der neue Bischof präsent ist an der Basis, den Puls der Zürcher Katholikinnen und Katholiken spürt. Das funktioniert in anderen Bistümern, warum soll es nicht auch in Zürich möglich sein? Wenn uns der Papst wieder einen konservativen Bischof schickt, dann bleibt uns nichts anderes übrig, als das Gespräch zu suchen. Wir haben keine andere Wahl; wir müssen seinen Entscheid akzeptieren.

Das Gespräch führte Vera Deragisch. In voller Länge können Sie das Interview im Audiofile oben hören.

Franziska Driessen-Reding

Franziska Driessen-Reding

Synodalratspräsidentin

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Sie ist die erste Frau an der Spitze des Zürcher Synodalrats, der Exekutive der katholischen Kirche im Kanton. Die 49-jährige kommt aus Opfikon und war zuvor im Synoldalrat für die Migrantenseelsorge verantwortlich. Sie exponiert sich immer wieder mit ihren Meinungen. So will sie etwa den Islam öffentlich anerkennen. Oder sie widersprach der sehr strengen Haltung des Bischofs in Fragen rund um Verhütung.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von R. Welsh (starwelsh)
    Auf die Frage zum eigentlichen Glauben den sie hat sagt Frau Driessen-Redding - der Glaube an etwas Höheres das mir hilft durch das Leben zu gehen - etwas das ich eine Last abgeben kann, ruhen lassen und wieder zurücknehmen und Lösungen finden kann..... in keinem Wort wird Gott erwähnt - die Beziehung zu Gott und Jesus. Ebenso wird die heilige Schrift im ganzen Interview nie erwähnt.... solche Aussagen zeigen auf weshalb Menschen diese Organisation den Rücken kehren. Amen
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  • Kommentar von Albrecht Lauener (LebendigeEthik)
    Ich meine: Christus braucht keine Prälaten und Kirchenfürsten; Er braucht keinen „Stellvertreter“, der in einem kugelsicheren „Papa mobil“ durch die Schar seiner Anhänger fährt! Er braucht demütige Lehrer der Wahrheit und Vorbilder des geistigen Lebens; Menschen mit dem Willen zum Guten! Wer Recht leben will, der kann es in jeder Kirche (in jeder Religion), denn eine Hauptregel ist: Prüfe alles, und das Gute davon behaltet!
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  • Kommentar von Albrecht Lauener (LebendigeEthik)
    Es stellt sich die Frage, ob sich Christus in unseren christlichen Kirchen wohl fühlen würde, wenn Er wieder unter den Menschen wandelte. Die Rituale und Zeremonien, der Pomp und die Gewänder, Kerzen, das Gold und Silber, die abgestuften Rangordnung von Päpsten, Kardinälen, Erzbischöfen, Bischöfen, Kanonikern, Domherren, Pastoren, Pfarrern und anderen Geistlichen wären sicher von geringem Interesse für den einfachen Sohn Gottes, der „auf Erden nicht wusste, wohin Er sein Haupt legen sollte“.
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