Männerdomäne Stadtpolizei Frauen an der Front bleiben in Zürich die Ausnahme

Der Zürcher Sicherheitsvorsteher Richard Wolff will mehr Stadtpolizistinnen. Offensichtlich eine schwierige Aufgabe.

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Bildlegende: Bei der Stadtpolizei Zürich arbeiten immer noch nur wenig Polizistinnen an der Front. Keystone

Vier Jahre ist es her, seit der Zürcher Sicherheitsvorsteher, Richard Wolff (AL), sein Amt angetreten hat. Eines seiner erklärten Ziele war es, den Frauenanteil bei der Stadtpolizei zu erhöhen und zwar auf 20 Prozent. Die Polizei sollte ein Abbild der Bevölkerung sein, so Wolff. Es sollten Männer, Frauen und Menschen mit Migrationshintergrund bei der Polizei arbeiten.

«  Die Stadtpolizei sollte ein Spiegelbild der Bevölkerung sein.  »

Richard Wolff
Zürcher Stadtrat

Die Bilanz nach vier Jahren zeigt nun: Die Stadtpolizei ist noch lange nicht am Ziel. Im bewaffneten Corps, an der Front, arbeiten immer noch nur 15 Prozent Frauen. Das 20 Prozent-Ziel zu erreichen, ist offenbar schwieriger als erwartet. Es interessierten sich zwar immer mehr Frauen für die Ausbildung zur Polizistin, es sei aber ein sehr langsamer Prozess, sagt Richard Wolff.

«  Es braucht viel Zeit und viele Änderungen.  »

Richard Wolff
Zürcher Stadtrat

Richard Wolff will die Arbeitsbedingungen nun so schaffen, dass der Beruf für Frauen attraktiver ist. Frauen sollen bei der Stadtpolizei bleiben, auch wenn sie Mutter geworden sind. Wolff hat deshalb für das ganze Corps das Teilzeitmodell eingeführt. Genutzt wird das Modell bisher aber nicht besonders rege, nur vier Prozent der Corps-Angehörigen arbeiten nicht Vollzeit.

Um noch mehr Frauen zur Stadtpolizei zu locken, will Richard Wolff noch mehr machen. Unter anderem plant er eine Kinderkrippe bei der Stadtpolizei.