Frauenhandel und Prostitution auf der Schiffbaubühne

Prostituierte aus Osteuropa sind in Zürich ein bekanntes Thema - nun kommen sie ins Theater. «Hotel Lucky Hole» erzählt die Geschichte von zwei Prostituierten, einem Zürcher Freier, Selbstmord und Mord. Eine heftige Geschichte mit viel Gewalt und Sex.

Eine Bühnenszene aus «Hotel Lucky Hole». Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Prostitution, Gewalt und Menschenhandel auf der Bühne - «Hotel Lucky Hole» hatte am Sonntagabend Premiere im Schiffbau. zvg (Schauspielhaus)

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen zwei Prostituierte: Anna und Elena, die eine aus Ungarn und schon lange im Geschäft, die andere Ukrainerin, minderjährig, gerade erst in Zürich angekommen. Gemeinsam wollen sie weggehen, aber dazu fehlt ihnen das Geld. Sie beschliessen, einem alten Bekannten einen letzten sexuellen Dienst zu erweisen. Als den beiden bewusst wird, dass es sich dabei um mehr als eine ausgelebte Sexphantasie handelt, ist es bereits zu spät.

Zürichs Prostituiertenszene als «Vorlage»

Der ungarische Film- und Theaterregisseur Kornél Mundruczó, der mit seinem letzten Film beim Filmfestival in Cannes reüssierte, inszeniert zum ersten Mal in Zürich. Er hat für das Stück auch in der Zürcher Prostitutionsszene recherchiert. Insofern ist der Boden der Produktion real, die Geschichte aber erfunden, auf das Ensemble am Schauspielhaus zugeschnitten.

Die Bühnengestaltung hat etwas Faszinierendes: eine Containerlandschaft, wo verschiedene Räume übereinander geschachtelt sind. Es gibt viel Gewalt und Sex auf der Box-Bühne im Schiffbau. Mundruczó zeigt aber nicht nur eine harte Geschichte, sondern auch eine radikale Ästhetik. Ums Schockieren geht es ihm nicht. Vielmehr will er eine Realität sichtbar machen, aber eben nicht im dokumentarischen Sinn, sondern im Kunstraum, im Theater.