Zum Inhalt springen
Inhalt

Frei nach Wunsch Auch an Gymnasien soll es in Zukunft Jokertage geben

  • Eine Einzelinitiative will, dass Mittelschülerinnen und -schüler dem Unterricht an zwei Tagen ohne Begründung fernbleiben dürfen.
  • Der Regierungsrat lehnte das Anliegen ab. Soweit der Vorstoss überhaupt gültig sei, setze er ein falsches Signal.
  • Auch die Mittelschulen sträuben sich dagegen: Der Aufwand für die Kontrolle der Jokertage sei zu gross.
  • Die Mehrheit der Parteien im Kantonsrat war anderer Meinung. Alle ausser der SVP sehen darin eine Stärkung der Selbstverantwortung der Schülerinnen und Schüler.
Schülerinnen sitzen auf einem Pausenplatz auf dem Boden
Legende: Mittelschülerinnnen und -schüler sollen an zwei Tagen ohne Begründung fehlen dürfen. Keystone

Der Vorstoss geht auf eine Semesterarbeit von zwei Gymnasiastinnen der Kantonsschule Bülach zurück. Sie machten sich Gedanken darüber, wie sie Jokertage auch an den Kantonsschulen durchsetzen können, so wie das in der Volksschule schon lange üblich ist. Ihr Lehrer reichte das Anliegen als Einzelinitiative im Kantonsrat ein.

Die grosse Ausnahme

Einzelinitiativen haben ganz selten Erfolg. Meistens werden sie vom Parlament ohne Diskussion beerdigt. Anders in diesem Fall: Der Kantonsrat überwies den Vorstoss an die Regierung. Diese erklärte ihn zum Teil für ungültig. Soweit er gültig war, verlangte die Regierung die Ablehnung. Die Begrünung: Gymnasiastinnen und Gymnasiasten hätten schon genügend Möglichkeiten, sich vom Unterricht dispensieren zu lassen. Zudem sei der organisatorische Aufwand für die Schulen zu gross.

Das Parlament sieht die Sache anders. Die zuständige Kommission schlug vor, das Mittelschulgesetz entsprechend zu ändern. Damit sollen Gymnasien die Kompetenz erhalten, solche Jokertage zuzulassen. Die SVP ist die einzige Partei, die sich grundsätzlich gegen die Jokertage an Gymnasien stellt. «Sind 13 Wochen Ferien nicht genug?» fragte etwa Rochus Burtscher (SVP).

Sind 13 Wochen Frerien nicht genug?
Autor: Rochus BurtscherSVP-Kantonsrat

Die Grünliberalen und die EDU wollten die Jokertage auf das Untergymnasium beschränken. Der Vorschlag scheiterte aber im Parlament. «Sogar das Militär kennt heute Jokertage», begründete etwa Lorenz Schmid (CVP) seine Unterstützung für das Anliegen. Die Mehrheit der Parteien sieht in den Jokertage eine Möglichkeit, die Selbstverantwortung der Jugendlichen zu fördern. Der definitive Entscheid fällt in etwa vier Wochen.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

1 Kommentar

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    Jokertage machen Sinn. Das hat nichts mit den Ferien zu tun. Es dürften ruhig ein paar mehr sein. Kinder und Jugendliche sind keine Berufstätige. Sie sind junge Menschen, denen ich wünsche, dass ihnen die Freude am lernen trotz Schule nie ganz abhanden kommt.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen