Freigesprochene Gentech-Aktivisten: Bund verzichtet auf Weiterzug

2008 verwüsteten vermummte Aktivisten ein Gentechweizenfeld der eidgenössischen Forschungsanstalt Agroscope in Zürich-Affoltern. Letzten Herbst wurden vier Aktivisten vor dem Zürcher Bezirksgericht aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Aus Kostengründen verzichtet der Bund nun auf einen Weiterzug.

Arbeiter beim Beheben der Einbruchsschäden im eingezäunten Gentech-Versuchsfeld der ETH in Zürich-Affoltern, nach einer Zerstörungsaktion. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Rund 35 Personen hatten im Somer 2008 in Zürich-Affoltern in einer Blitzaktion gentechnisch veränderte Pflanzen zerstört Keystone

Abgesehen von den Kosten eines weiteren Gerichtsverfahrens, hätten auch die beschränkten Erfolgsaussichten dazu geführt, dass der Bund auf einen Weiterzug des Urteils ans Obergericht verzichtet habe, erklärt Denise Tschamper, Sprecherin von Agroscope, gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen».

Ein schales Gefühl dürfte dennoch bleiben, denn die Indizien gegen die Aktivisten waren deutlich gewesen. Denise Tschamper sagt dazu nur: «Wir bedauern den Ausgang des Verfahrens, auch weil uns ein grosser Schaden von mehreren Hundertausend Franken entstanden ist.»

Auf den zweiten, geplanten Feldversuch habe das Gerichtsverfahren keine direkten Konsequenzen. Die Sicherheitsvorkehrungen habe man bereits nach der Zerstörung des ersten Feldes erhöht. «Auf diesem Standard wird der neue Versuch durchgeführt.» Das heisst, das Feld ist umzäunt, permanent bewacht und mit einer Alarmanlage gesichert.