Führungsmängel und zu viele Chefs in Winterthurer Alterszentren

Nach einer Kündigungswelle liess die Stadt den Bereich Alter und Pflege untersuchen. Die Analyse zeigt: Es gibt zu viele Chefs, die aber zu weit vom Kerngeschäft weg sitzen. Nun verspricht Stadtrat Nicolas Galladé Gegenmassnahmen.

Eine alte Frau in rotem Pullover stösst eine Gehhilfe. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: In den Alterszentren in Winterthur rumorte es letztes Jahr. Jetzt ergreift die Stadt Massnahmen. Keystone

Es reicht! Das war die Reaktion von vier Heimärztinnen und Heimärzten auf die letzte Reorganisation der Stadt Winterthur in den städtischen Alterszentren. Sie fühlten sich an den Rand gedrängt und kritisierten, sie hätten zu wenig Kompetenzen. Aufgeschreckt durch die Kündigungswelle gab Sozialstadtrat Nicolas Galladé eine Analyse in Auftrag.

Die Untersuchung habe «keine Skandale ans Licht gebracht», schreibt die Stadt in ihrer Mitteilung. Dennoch bestehe Handlungsbedarf. Denn in den städtischen Alters- und Pflegeheimen gibt es laut dem Bericht «zu viele Hierarchiestufen» und «partiell Mängel beim Führungsverhalten».

«  Die Reorganisation ist in einigen Punkten offensichtlich über das Ziel hinausgeschossen. »

Nicolas Galladé
Sozialstadtrat

Nun sollen die einzelnen Alterszentren wieder einen Chef vor Ort erhalten. «Es braucht in den einzelnen Häusern wieder jemand, der in der alltäglichen Arbeit Entscheide fällt - auch dann, wenn es verschiedene Meinungen gibt», sagt Galladé zum «Regionaljournal Zürich Schaffhausen».

Doch genau diese Chefs vor Ort sind teuer. Und die Reorganisation, welche die Probleme ausgelöst hat, hatte auch zum Ziel, Kosten zu sparen. Nun muss Stadtrat Nicolas Galladé die Herausforderung meistern, eben diese Reorganisation teilweise rückgängig zu machen, ohne mehr Geld auszugeben.