Für das Museum fast «wie ein Sechser im Lotto»

Das Schaffhauser Museum zu Allerheiligen hat eine bedeutende Sammlung geschenkt bekommen: gegen zweieinhalb Tausend Grafiken und Zeichnungen aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Sie zeigen die touristische Schweiz. Es sind im Prinzip die Vorläufer der klassischen Postkarten.

Vor 200 Jahren gab es noch keine Fotoapparate. Die ersten richtigen Touristen in der Schweiz – oft wohlhabende Engländer – kauften kolorierte Landschaftszeichnungen, die sie daheim präsentieren konnten. Weltweit gibt es nicht mehr viele Sammlungen solcher Druckgrafiken aus jener Zeit.

Für Matthias Fischer, Kurator des Museums zu Allerheiligen in Schaffhausen, ist es deshalb fast «wie ein Sechser im Lotto», dass das Museum nun in den Besitz einer solchen Sammlung gekommen ist. Die aus Schaffhausen stammende Familie Neher, Nachfahren des Industriepioniers Heinrich Moser, hat über drei Generationen hinweg solche Schätze gesammelt. Sie schenkt die Kollektion, die fast zweieinhalb Tausend Grafiken und über 200 illustrierte Reiseführer umfasst, dem Museum zu Allerheiligen.

Wissenschaftliche Aufarbeitung der Sammlung

«Ich will, dass die Sammlung auch nach mir erhalten bleibt und in guten Händen ist», sagt die Schenkerin Heidi Brendle-Neher. Häufig würden solche Kollektionen bei Erbschaften zerrissen. Die Familie Neher fühle sich immer noch mit Schaffhausen verbunden. «Deshalb ist das Museum zu Allerheiligen der ideale Ort für diese Sammlung.»

Die Familie Neher stellt dem Museum zu Allerheiligen darüber hinaus einen namhaften sechsstelligen Betrag zur Verfügung, um die Sammlung wissenschaftlich aufzuarbeiten. Stadtpräsident Peter Neukomm bedankte sich bei der Präsentation persönlich bei Heidi Brendle-Neher: «Die Schenkung ist ein Glücksfall für Schaffhausen.»

Grosse Ausstellung im Herbst 2017

Einige wenige Werke der Sammlung Neher zeigt das Museum zu Allerheiligen ab sofort in zwei Räumen des Kunstkabinetts. Für Herbst 2017 ist dann eine grosse Sonderausstellung geplant.