Für die Zürcher KV-Lehrlinge ist Bonjour das neue Good Morning

Englisch sprechen die Jungen ohnehin. Deshalb schickt der Kanton Zürich seine KV-Lehrlinge neu nach Frankreich in den Sprachaufenthalt.

Links der Eiffelturm hinter einem Wasserbecken. Rechts die Tower Bridge mit ihren zwei grossen Türmen, die sich über einen Fluss erheben. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: La Tour Eiffel statt Tower Bridge: Neue Aussichten für Zürcher KV-Lehrlinge. Keystone/Montage SRF

Jedes Jahr müssen die KV-Lehrlinge Anfang Juni antreten zur Lehrabschlussprüfung. Die Lernenden im 1. Lehrjahr, die noch keine Prüfung schreiben müssen, werden in dieser Zeit in einen zweiwöchigen Sprachaufenthalt geschickt. In den letzten Jahren ging diese Reise jeweils nach Bournemouth in Südengland, wo sie ihr Englisch aufpeppen konnten.

Ab nächstem Jahr fahren die KV-Stifte aber in ein anderes Land. Neu können die Jugendlichen in Frankreich ihre Sprachkenntnisse aufbessern. Französisch sei für viele in der Schule ein «Problemfach», so die Begründung von Markus Sager, der beim Kanton für die KV-Lehrlinge zuständig ist. Die Französisch-Kenntnisse seien oft «mässig bis sehr mässig», so Sager weiter. Dagegen könnten die Jugendlichen in der Regel bedeutend besser Englisch reden und schreiben.

In welcher Region Frankreichs die Sprachkurse genau stattfinden werden, ist noch offen. Sager erhofft sich, mit den Reisen ins westliche Nachbarland bei den jungen Leuten die Freude an der französischen Sprache wecken zu können.

Kanton ist der grösste Lehrbetrieb der Region

Ihm sei die Weiterbildung des Personals grundsätzlich ein grosses Anliegen, so der zuständige Regierungsrat Ernst Stocker. Sein Credo als «oberster Personalchef» sei es, die eigenen Angestellten durch gute Weiterbildung arbeitsmarktfähig zu halten, und nicht nur nach neuen Leuten zu rufen. Im letzten Jahr führte der Kanton Zürich 191 Kurse und Seminare durch, an denen 2636 Teilnehmende 5465 Kurstage absolvierten.

Der Kanton Zürich sei mit rund 1000 Lehrstellen einer der grössten Lehrbetriebe der Region und wolle dies auch bleiben, sagte Finanzdirektor Ernst Stocker (SVP) am Freitag auf einem «Sommerspaziergang» mit Medienvertretern zur Kyburg.