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Löhne für Kaderärzte: Der Kantonsrat will auf die Bremse treten.
Aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 08.06.2020.
abspielen. Laufzeit 02:03 Minuten.
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Gegen Lohnexzesse Zürcher Kantonsrat will Obergrenze für Chefarzt-Honorare

  • Die Löhne von Kaderärzten sollen nicht abhängig sein von der Anzahl durchgeführter Operationen.
  • Das Zürcher Kantonsparlament hat eine entsprechende Änderung des Honorarsystems beschlossen.
  • Das heutige Modell führe zu Fehlanreizen, war sich die Mitte-Links-Mehrheit einig.

Der Vorstoss, über den das Kantonsparlament diskutierte, ist schon zwei Jahre alt. Und trotzdem hochaktuell, wie die Affäre rund um drei Chefärzte des Universitätsspitals Zürich zeigt. «Die aktuell aufgedeckten Missstände einzelner Ärzte geben dieser Forderung starken Auftrieb», meinte Mark Wisskirchen für die EVP. Neben der EVP stimmten auch die GLP und die CVP für den Vorstoss. Von Letzterer stammt der ursprüngliche Vorstoss.

Auch alle linken Parteien sind der Meinung, der Lohn von Chefärztinnen und -ärzten soll nicht mehr davon abhängen, wie oft sie operieren: «Auf ihrem Streben nach Wachstum setzen die Spitäler ihren Ärztinnen teilweise jährliche Mengenzielvorgaben und knüpfen diese an Boni. Zu profitieren versuchen dabei nicht nur die Spitäler, sondern vor allem auch die Ärzte», so SP-Kantonsrat Andreas Daurù.

Gegen den Vorstoss waren nur die bürgerlichen Parteien FDP und SVP. Zwar begrüssen sie die Stossrichtung. Es gehe aber zu weit, wenn die Politik die Löhne der Ärzte in einem Gesetz regeln wolle. FDP-Kantonsrätin Bettina Balmer: «Die jüngsten Beispiele zeigen, dass diese Vereinbarungen in Einzelfällen zu inakzeptablem Verhalten führen können. Ein komplettes Verbot solcher mengenabhängigen Entschädigungen würde das Kind mit dem Bad ausschütten.»

Mit diesem Argument konnten die Bürgerlichen jedoch nicht überzeugen. Gegen deren Willen, aber auch gegen den Willen der Regierung, beschloss die Mitte-Links-Mehrheit, dass die Löhne von Kaderärzten in Zukunft nicht mehr an die Anzahl Operationen gekoppelt sein sollen.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Bruno Hochuli  (Bruno Hochuli)
    Es läuft viel falsch in unserem Krankenkassen System. Heute sollen Aerzte in 15 Minuten feststellen was dem Patienten fehlt ein ordentliches Gespräch führen usw. Einfach unmöglich. Der Arzt sollte genügend Zeit haben zusammen mit dem Patienten die richtige Lösung zu finden. Dafür sollte er auch einen gerechten Lohn beziehen können.Es könnten viele Fehlurteile und OP`s vermieden werden. Was jetzt abläuft ist für keine Seite gerecht. Faule Aezte gibt es nicht, höchstens frustrierte.
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  • Kommentar von Krebs Alfred  (A.Santiago)
    Ich kann es einfach nicht verstehen, dass es zwei grosse Parteien gibt, die nicht verhindern wollen, dass der Operationswahnsinn gestoppt wird. Bei Privatspitäler ist dieser Zustand noch schlimmer. Eine solche Regelung muss es für die ganze Schweiz gelten.
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  • Kommentar von Martin Egger  (Martin Egger)
    "die Löhne von Kaderärzten in Zukunft nicht mehr an die Anzahl Operationen gekoppelt sein sollen" - Und was bedeutet das nun? Wenn der Arzt nur noch auf der faulen Haut liegt, verdient er immer noch den gleichen Lohn? Für vielleicht 1 Operation pro Jahr?
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    1. Antwort von Christian Halter  (Asterix der Gallier)
      Der Arzt kann sich wieder auf das konzentrieren, was wirklich wichtig ist, nämlich das beste Resultat für jeden Patienten (wenn nötig auch grössere und länger Operation), und nicht unnötig viele kleine Operationen. Es wurde z.B. nachgewiesen, dass zu viele Knieoperationen durchgeführt wurden, welche für die Patienten oft keine Verbesserung brachten im Vergleich zu einer Behandlung ohne Operation.
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    2. Antwort von Martin Egger  (Martin Egger)
      @ Christian Halter: danke für Ihre Bemerkung. Meine Frage ist damit aber noch nicht beantwortet: wovon hängt nun der Lohne des Arztes ab?
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    3. Antwort von Beat Stocker  (Beat Stocker)
      Nein, Hr Egger. Aber die Verdienstmöglichkeiten sind nach oben begrenzt, womit sich der Arzt mehr Zeit pro Patient nehmen kann und unnötige Operstionen weniger reizvoll werden.
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    4. Antwort von Martin Egger  (Martin Egger)
      Ich meine: ein fleissiger Arzt sollte doch mehr verdienen als ein fauler. Oder?
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