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Grossaufmarsch fürs Stadion «Der Zürcher Stadtrat hat Angst, dass ihm das Projekt entgleitet»

Politologe Mark Balsiger erklärt, warum gleich vier Stadträte für ein neues Fussballstadion werben.

Legende: Audio Der Kommunikationsexperte Mark Balsiger im Interview. abspielen. Laufzeit 03:23 Minuten.
03:23 min, aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 26.09.2018.

Das gibt es selten: Gleich vier Zürcher Stadträte sind an einer Medienkonferenz aufgetreten, um für die Stadion-Vorlage zu werben. «Uns ist das Projekt sehr wichtig und wir wollen die Fakten auf den Tisch legen», erklärt die Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch das Grossaufgebot.

Der Politologe und Kommunikationsexperte Mark Balsiger ist nicht überzeugt, dass sich der Stadtrat damit einen Gefallen tut.

Mark Balsiger

Mark Balsiger

Politikberater und Buchautor

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Mark Balsiger studierte an den Universitäten Bern und Cardiff Politologie, Geschichte und Journalistik. Seit 2002 führt er die Agentur Border Crossing in Bern, die auf Politikberatung und Öffentlichkeitsarbeit spezialisiert ist.

SRF News: Wie beurteilen Sie diesen Grossaufmarsch?

Mark Balsiger: Das kommt nur ganz, ganz selten vor. Der Zürcher Stadtrat will damit zum einen zeigen, wie wichtig ihm dieses Projekt ist. Zum anderen aber auch, dass er Angst hat, dass ihm das Projekt entgleitet, weil Opposition aus der SP kommt.

Ist es auch ein Risiko für den Stadtrat, wenn er mit einem solchen Grossaufgebot erscheint?

Wenn man vier von neun Stadtratsmitgliedern an eine Medienkonferenz schickt, unterstreicht man die Wichtigkeit der Vorlage. Gleichzeitig wird aber auch die Fallhöhe immer grösser. Sollte der Stadtrat die Abstimmung verlieren, haben auch vier Stadtratsmitglieder eine blutige Nase.

Das besondere an dieser Abstimmung ist ja, dass der SP-dominierte Stadtrat gegen seine eigene Partei antreten muss. Eine sehr spezielle Konstellation.

Das sind offensichtliche Kapriolen, die hier passieren. Es kommt mir wie ein Kräftemessen vor. Ob das der grundsätzlich starken SP gut tut, dass sie sich bei einer solch wichtigen Vorlage nicht einigen kann, ist komplett offen. Es gibt sicher immer wieder rote Köpfe und böse Telefonate im Hintergrund.

Was denken Sie, wer hat die besseren Chancen? Die SP-Stadträte oder die Partei?

Das ist ganz schwierig zu sagen. Ich denke, der Ausgang der Abstimmung ist offen. Es wird ganz stark von den Kampagnen abhängen. Wer glaubwürdiger die Bevölkerung überzeugen kann, wird am Schluss gewinnen.

Das Gespräch führte Hans-Peter Künzi.

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