Hafenkran, wie lange bleibst du noch?

Er wird zu Schrott, der Zürcher Hafenkran. Mitte Januar wird der abgerissen und eingeschmolzen, zur Freude der Schweizer Schrotthändler. Von Rostock aus gestartet erreicht der Hafenkran damit seine letzte letzte Station nach dem Zwischenhalt am Zürcher Limmatquai.

Der Hafenkran als schwarzer Schatten gegen das Stadtbild von Zürich. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Fast ein Jahr prägte der Hafenkran das Stadtbild von Zürich. Im Januar 2015 soll er jedoch wieder verschwinden. Keystone

Der Hafenkran am Limmatquai wird Mitte Januar zu Schrott – zur Freude der Schweizer Schrotthändler: «Der Hafenkran ist qualitativ hochwertiger Stahl, der eingeschmolzen und wieder verwendet werden kann», sagt Mike Sgier vom Tiefbau- und Entsorgungsdepartement der Stadt Zürich. 20'000 Franken müsste ein Schrotthändler für den Hafenkran-Stahl hinblättern. Damit könnten mehr oder weniger die Abrisskosten gedeckt werden, so Sgier.

Aber nicht nur Schrotthändler zeigen Interesse am Zürcher Hafenkran. Bei der Stadt Zürich gingen auch verschiedene Anfragen von Leuten ein, die den Hafenkran ganz übernehmen wollen. Eine kostspielige Sache, warnt Sgier, unter dem Strich müsste ein Käufer mit rund 100'000 Franken rechnen. Dies nur schon für den sorgfältigen Abbruch des Hafenkrans und für den Wiederaufbau.

Ein Reisender, der weiter geht

Einer, der bereits viel in den Hafenkran investiert hat, ist Alt-Stadtrat Martin Waser. Einen gewissen Bezug zum Hafenkran hat er wegen all dem Aufwand schon aufgebaut, aber: «Wenn ich in der Nähe des Bahnhofs war, habe ich manchmal einen Schlenker zum Hafenkran gemacht – aber getätschtelt und gestreichelt habe ich ihn sicher nie.»

Ein Kauf des Krans kommt für ihn jedoch nicht in Frage: «Das Projekt heisst schliesslich «Transit Maritim» – wenn man reist, dann geht man also auch wieder.» Für Martin Waser ist deshalb klar, dass der Hafenkran wieder weiter reisen muss. Und zwar nicht in seinen Garten, sondern in die Stahlschmelze.