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Mit dem Segen des Lehrers Handys neu in Zürcher Klassenzimmern erlaubt

Eine Gruppe Jugendlicher tauscht auf einem Pausenplatz Informationen auf ihren Handys aus.
Legende: Während der Pause mit den Handys spielen, das bleibt an Stadtzürcher Schulen verboten. Keystone

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Stadt Zürich hebt das strikte Handyverbot per Schulbeginn am 21.8.2017 auf.
  • Neu dürfen Handys «zu schulischen Zwecken» benützt werden.
  • Lehrerinnen und Lehrer entscheiden über deren Einsatz und wie dieser «schulische Zweck» im Einzelfall aussieht.

Die Lockerung des Handyverbots begründet Andi Hess, Leiter ICT im Schulamt der Stadt Zürich, mit dem grossen Mehrwert, den Handys und Smartphones im Unterricht darstellen können: «Mit einem Handy kann man fotografieren, Tonaufnahmen machen, rechnen oder Vokabeln lernen.»

Handys als produktives Gerät kennenlernen

Die Hoheit über die Nutzung des Handys liegt dabei bei den Lehrerinnen und Lehrern, führt Andi Hess gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen» aus. Diese können also von Schulstunde zu Schulstunde entscheiden, ob mit dem Handy gearbeitet wird oder nicht.

Christian Hugi, Unterstufenlehrer in der Stadt Zürich und Präsident des Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverbands, begrüsst die Lockerung: «Ich persönlich finde es gut, wenn die Kinder feststellen, dass sie mit dem Handy auch produktiv etwas für die Schule machen können.» Kinder würden sich sowieso mit Handys beschäftigen.

Mehr Ärger vorprogrammiert?

Dass mit dem gelockerten Umgang auch vermehrt Probleme auftauchen können, schliessen weder Christian Hugi noch Andi Hess aus. Regeln durchzusetzen, habe aber schon immer zum Lehrerberuf dazugehört und es sei wichtig, dass die Kinder und Jugendlichen auch in Medienkompetenz geschult würden.

Während der Pausen dürfte auch mit der neuen Regelung das Handy tabu bleiben. «Ich gehe davon aus, dass die Schülerinnen und Schüler während ihrer Pause keine schulischen Aufträge ausführen möchten», sagt der Leiter ICT im Stadtzürcher Schulamt, Andi Hess, dazu.

(simd; Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 06:32 Uhr)

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Max Blatter (maxblatter)
    Meine Beurteilung: 1.) Das Handy-Verbot war Quatsch, bravo für dessen Aufhebung. 2.) Die Integration des Smartphones in den Unterricht halte ich für diskriminierend: Man führt damit de facto einen Kaufzwang ein - können sich wirklich alle Eltern ein Smartphone für alle ihre Kinder leisten? "Digital-Erziehung" ja, aber mit vernünftigen Geräten (u.a. mit vernünftiger Display-Grösse - also mindestens Tablets), die bei Bedarf von der Schule leihweise zur Verfügung gestellt werden.
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    "Die Lehrer freue es, dass..."! (Zitat aus obigem Bericht). Wenn jetzt sogar Lehrer dieser Volksverblödungs-Krankheit volle Unterstützung im Schulunterricht geben, muss sich niemand mehr aufregen, wenn die Kinder (leider auch deren Eltern!) den ganzen Tag nur noch auf dem Handy herumfingerlen und aufs Display glotzen! Solche Leute können nicht mehr persönliche Gespräche führen und haben das soziale Verhalten (Zwischenmenschlichkeit) verloren! Jetzt wird das noch in den Schulstuben so eingeführt!
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  • Kommentar von rosi gantenbein (lara croft)
    Um ach so "zukunftsweisend" zu sein, entblödet sich nun auch die Schule, den Kindern während der Schulzeit das permanente Starren in diesem Verdummungskasten zu ermöglichen. "Was Sinnvolles mit dem Handy machen und den Umgang damit lernen" sind leere Worthülsen angesichts dessen, was Jugendliche so durchschnittlich damit anstellen. Die grossen IT-Konzerne und Datensammelstellen freuen sich darauf, die neue Generation verblöden zu lassen, um sie abhängig und steuerbar zu machen.
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