Hannes Germann: «China möchte von uns lernen»

Hannes Germann, SVP-Politiker aus Schaffhausen, zieht Bilanz zu seinem Jahr als Ständeratspräsident. Auf seinen Auslandreisen warb er um Verständnis für die Positionen der Schweiz. Auf offene Türen stiess er in China. Die Offenheit der politischen Vertreter erstaunte und beeindruckte ihn tief.

Am letzten Tag seiner Amtszeit zieht Hannes Germann eine positive Bilanz: «Es war ein tolles Jahr mit vielen unvergesslichen Treffen, Kontakten und Begegnungen.» Ein absolutes Highlight: Der Empfang im eigenen Kanton, der Gang durch die Altstadt, die Begegnung mit der Bevölkerung. «Da habe ich mich getragen gefühlt», erinnert sich Germann.

«Volksentscheid» weckt Erklärungsbedarf im Ausland

Dreimal reiste Germann in seinem Amtsjahr ins Ausland: Nach Deutschland, China und Australien. In Deutschland habe er vor allem für Verständnis geworben für Positionen, die zwischen der Schweiz und Deutschland noch nicht geklärt seien. Erklärungsbedürftig sei zum Beispiel das Ja zur Massen-Einwanderungsinitiative am 9. Februar gewesen: «Dass dies ein Volksentscheid war - das muss man erst erklären.»

In China beeindruckte ihn die schiere Grösse des Landes, der hohe Organisationsgrad und auch die Offenheit der politischen Vertreter. «Das hat mich sehr erstaunt und tief beeindruckt.» Germann ist überzeugt, dass China von der Schweiz lernen möchte, was den Umgang mit Minderheiten angeht, aber auch beim Thema Umweltschutz.

«Ich habe das Amt sehr gemocht»

Hannes Germann nimmt nach einem Jahr als Ständeratspräsident mit einem weinenden und einem lachenden Auge Abschied. Er habe das Amt sehr gemocht. Andererseits gehe er auch gerne wieder zurück in den Rat: «Ich werde weiter wirken und die neuen Freiheiten geniessen.»

(kerf; Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 12:03 Uhr)