Hauseigentümerverband verteidigt anonymes Inserat

Das umstrittene Inserat des Hauseigentümerverbandes Zürich richtet sich an Personen, die sich von Wohnbaugenossenschaften schlecht behandelt fühlen. Sie sollen den Verband mit Munition für eine politische Kampagne versorgen.

Inserat des HEV mit dem Titel "Suchen sie eine günsteige Wohnung" und dem Bild einer frustrierten Familie Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Auf der Suche nach Unzufriedenen: Das umstrittene Inserat des Zürcher Hauseigentümerverbandes. SRF

Der Hauseigentümerverband erhalte immer wieder Meldungen von Genossenschaftern, die mit der Vergabepolitik ihrer Genossenschaft unzufrieden seien, begründet HEV-Direktor Albert Leiser die Kampagne gegenüber der NZZ. Diesen Meldungen wolle man auf den Grund gehen.

Absender unbekannt

Dass der HEV Zürich das Inserat geschaltet hat, ist nicht ersichtlich. Die angesprochenen Genossenschafter sollen sich an eine Postfachadresse von enttäuschten Wohngenossenenschaftern wenden. «Mit einem neutralen Inserat ist es einfacher, viele Leute zu erreichen», begründet Leiser dass Vorgehen in der Zeitung.

«So ein Inserat hinterlässt einen luschen Eindruck», kommentiert Kommunikationsprofi Mark Balsiger das Vorgehen des Hauseigentümerverbandes. «Die Absender haben sich hinter der Postfachadresse versteckt und das ist nicht glaubwürdig.» Seiner Erfahrung nach erweisen sich solche Kampagnen als «Rohrkrepierer».

Hauseigentümerverband verteidigt das Inserat

Die Kritik des Politologen Marc Balsiger weist Albert Leiser, Direktor des HEV Kanton Zürich, zurück. Ein anonymes Inserat sei ein möglicher Weg und für den HEV der richtige Weg. Entscheidend sei, dass das Inserat wahrgenommen, das Problem angesprochen und so der Abstimmungskampf lanciert worden sei, sagt Albert Leiser gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen». Am 28. September kommt die Vorlage für günstigen Wohnungraum zur Abstimmung.